SRFglobal: Die Welt rüstet auf - doch die Waffen fehlen
SRF info
07.09., 11:30
- 12:00 Uhr
Die Nato-Staaten wollen künftig fünf Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für die Verteidigung ausgeben. In den USA liegt der grösste Budgetantrag der Geschichte auf dem Tisch. An Geld mangelt es nicht - und doch fehlen die Waffen.
Die Ursachen reichen weit zurück. Nach dem Kalten Krieg schrumpfte die westliche Rüstungsindustrie drastisch, Reservekapazitäten galten als Verschwendung. Dazu kommen Abhängigkeiten, die kaum jemand auf dem Schirm hat: Der Sprengstoff für europäische Artilleriegranaten stammt faktisch aus einer einzigen Fabrik in Polen, der Rohstoff für die Treibladung grösstenteils aus China.
Gleichzeitig verändert der Drohnenkrieg, welche Waffen überhaupt gebraucht werden. Eine iranische Angriffsdrohne kostet rund 35'000 Dollar, die Rakete zu ihrer Abwehr vier Millionen. Diese Rechnung kann der Westen nicht gewinnen. Die grossen Gewinner sind deshalb nicht die traditionellen Rüstungskonzerne, sondern junge Technologiefirmen, die es vor fünf Jahren kaum gab.
«SRFglobal» fragt, wohin die Milliarden fliessen, warum sie nicht in Waffen münden und wer am Wettrüsten tatsächlich verdient. Denn bezahlt wird auch von jenen, die es gar nicht merken: über Steuern, über Staatsschulden und über die eigene Altersvorsorge.
Moderator Sebastian Ramspeck spricht darüber mit Tom Karako von der US-Denkfabrik CSIS, der Drohnenexpertin Ulrike Franke vom European Council on Foreign Relations sowie Michael Horowitz vom Council on Foreign Relations.
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Mitwirkende
- Moderation Sebastian Ramspeck