Soundhunters: Töne machen die Musik
Sie streifen durch Straßen, Wälder und fremde Länder: Soundhunter. Es sind Musiker, die sich auf die Jagd begeben nach alltäglichen und außergewöhnlichen Geräuschen. Sie komponieren daraus ihre eigene Musik, experimentierfreudig und humorvoll.
Geräusche von Alltagsgegenständen sind in den letzten Jahren mit großem Erfolg in die Unterhaltungsmusik eingezogen. Auch die Werbeindustrie nutzt mehr und mehr die Popularität dieser Idee in ihren Werbespots. In der Pop-Doku "Soundhunters - Töne machen die Musik" macht sich das Duo KIZ aus Frankreich auf eine Entdeckungsreise von den Anfängen dieser Musik bis in die Gegenwart: Sie besuchen acht Musiker und sehen ihnen beim Klänge-Jagen und am Mischpult über die Schulter. Ein Roadmovie durch die Welt der Töne.
Musik aus Geräuschen erlebt einen neuen Boom. Was schon in den späten 40er Jahren mit der Musique Concrète und experimenteller Musik rund um Klangpioniere wie Pierre Schaeffer, Karlheinz Stockhausen oder John Cage begann, wurde in den folgenden Jahrzehnten von zahlreichen Musikern wie Blixa Bargeld und Jean-Michel Jarre weiterentwickelt.
Wer sind die Klangkünstler heute? Woher nehmen sie ihre unerhörten Ideen? Und wie haben sie ihre Kunstform voran getrieben? Auf ihrer Reise von Paris bis Malmö, von London bis Baltimore treffen die beiden von KIZ, Alice Chiaverini und Marc Parodi, Musiker aus den verschiedenen Generationen, etablierte Künstler ebenso wie Newcomer. Sie sind zuhause in unterschiedlichsten Stilen - von Pop und Jazz über Noise bis hin zur elektronischen Musik mit faszinierenden Sound-Installationen: der englische "Meister der Samples" Matthew Herbert, die amerikanische Gruppe Matmos, der französische Komponist Chassol, das Londoner Ein-Mann-Orchester Cosmo Sheldrake, der Berliner Blixa Bargeld, Gründer und Kopf der Band "Einstürzende Neubauten", und Jean-Michel Jarre, Vorreiter und bis heute einer der ganz Großen der elektronischen Popmusik.
Mehr und mehr lassen sich KIZ inspirieren und gehen auf Klangjagd. In Szenen voller Humor, halb fiktiv, halb dokumentarisch, spielen sie auf allem und überall Musik - der Rollkoffer am Bahnhof, knisterndes Bonbon-Papier im Zug, der Sitz im Flugzeug, die Fahrradklingel in Berlin. Dieser Film öffnet die Ohren.