Sophie Karthäuser und das Orfeo Barockorchester
Als Schöpfer von über 60 Bühnenwerken war Grétry neben Gluck einer der einflussreichsten Pariser Komponisten seiner Zeit - zu Recht, war es dem Anhänger Rousseaus doch gelungen, die traditionelle französische Deklamation mit frischer italianità und Sanglichkeit zu verbinden. Sein auf unmittelbare dramatische Wirkung und Natürlichkeit des Ausdrucks gerichtetes Komponieren gelangte in der Ballettkomödie 'Zémire et Azor' erstmals zur Vollendung und garantierte Grétry triumphalen, dauerhaften und internationalen Erfolg. Grétrys Richard-Löwenherz Oper hatte für die französische musikalische Komödie eine Bedeutung, die derjenigen von Mozarts 'Entführung aus dem Serail' für den deutschsprachigen Bereich durchaus vergleichbar ist, indem sie dem 'leichten' Genre zuvor ungekannte kompositorische Geschlossenheit und Tiefe verlieh. Sophie Karthäuser studierte mit der Unterstützung des British Council und der belgischen Talentförderung an der Guildhall School of Music and Drama bei Noelle Barker. Sophie Karthäuser hat mit zahlreichen renommierten Ensembles und Orchestern wie The Academy of Ancient Music, Les Arts Florissants, La Petite Bande, Les Folies Françoises, Akademie für Alte Musik, Freiburger Barockorchester und Gewandhausorchester Leipzig und mit Dirigenten wie Louis Langrée, Kent Nagano, William Christie, René Jacobs, Marc Minkowski, Kazushi Ono, Christian Zacharias, Thomas Hengelbrock, Nikolaus Harnoncourt, Jérémie Rhorer und Riccardo Chailly gearbeitet. In der Gattung Liedgesang gehört Sophie Karthäuser zur internationalen Elite. Sie gab Liederabende an den Opernhäusern in Brüssel, Antwerpen, Lille, Nantes, Straßburg, Bordeaux, Frankfurt und im Palais des Beaux-Arts Brüssel, in der Philharmonie Köln und der Carnegie Hall New York mit Pianisten wie Graham Johnson, Eugene Asti, David Lively und Cédric Tiberghien.