Solo Sunny
Regisseur Konrad Wolf und Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase hatten Sunny als Individualistin mit radikalen Ansprüchen porträtiert, das gab es selten in DEFA-Filmen und wurde heftig diskutiert. Aber "Solo Sunny" und Renate Krößner in der Titelrolle gewannen ihr Publikum. 1980 wurde Krößner auf der 30. Berlinale für ihre Darstellung der Sunny mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet.
Das rbb Fernsehen sendet "Solo Sunny" zu Ehren des Drehbuchautors, Regisseurs und Schriftstellers Wolfgang Kohlhaase, der am 5. Oktober 2022 im Alter von 91 Jahren in Berlin verstorben ist.
Wolfgang Kohlhaase, am 13. März 1931 in Berlin geboren, zählte zu den erfolgreichsten und bedeutendsten Drehbuchautoren der DEFA und des gesamtdeutschen Films. In enger Zusammenarbeit mit so wichtigen Regisseuren wie Konrad Wolf, Frank Beyer oder Gerhard Klein entstanden einige der bekanntesten Werke der DEFA, wie der vom italienischen Neorealismus inspirierte Film "Berlin - Ecke Schönhauser" (1957,
Regie Gerhard Klein), Konrad Wolfs Kriegsdrama "Ich war neunzehn" (1968) oder Frank Beyers Romanverfilmung von Hermann Kant "Der Aufenthalt" (1983). Bei dem mehrfach preisgekrönten, wohl Kohlhaases legendärstem Film "Solo Sunny" (1980) schrieb er nicht nur das Drehbuch, sondern führte an der Seite von Konrad Wolf erstmals Co-Regie.
Nach der Wiedervereinigung entwickelte Wolfgang Kohlhaase zunächst Stoffe für Fernsehfilme, wie Heiner Carows "Begräbnis einer Gräfin" (1992) oder Frank Beyers "Der Hauptmann von Köpenick" (1997) mit Harald Juhnke in der Hauptrolle. Mit Volker Schlöndorffs "Die Stille nach dem Schuss" (2000), einem Film über eine RAF-Aussteigerin, die in der DDR untertaucht, erzählte Kohlhaase abermals Geschichten für das Kino. Es folgte eine intensive Zusammenarbeit mit Regisseur Andreas Dresen, für dessen Filme "Sommer vorm Balkon" (2005), "Whisky mit Wodka" (2009) und "Als wir träumten" (2015) er die Bücher schrieb. Sein letztes Drehbuch verfasste er gemeinsam mit dem Schriftsteller Eugen Ruge für die gleichnamige Romanverfilmung "In Zeiten des abnehmenden Lichts" (2017, Regie Matti Geschonneck). Für seine Arbeit wurde Wolfgang Kohlhaase vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz (2007), dem Deutschen Filmpreis (2011), dem Goldenen Ehrenbären der Berlinale (2010) für sein Lebenswerk.