Singen statt schießen
Vor fast 2.000 Jahren ist im griechischen Antiochia eine große Gemeinde gegründet worden, die man dort erstmals 'Christen' nannte. Heute heißt die Stadt Antakya und liegt in der Türkei. Dort lebt eine sunnitische Mehrheit mit einer starken Minderheit von Alawiten problemlos zusammen. Doch der Krieg im benachbarten Syrien bedroht nun dieses Gleichgewicht. Denn dieser Krieg wird auch im Namen unterschiedlicher Religionen geführt. Und die Zusammensetzung der syrischen Bevölkerung spiegelt ziemlich genau jene von Antakya wider. Wird sich der 'Kampf der Kulturen' ausbreiten oder ist ein Miteinander verschiedener Weltanschauungen weiterhin möglich? Eine halbe Million Flüchtlinge aus Syrien hat die Stadt Antakya verändert. Manche Alawiten befürchten, dass es mit der bisherigen Harmonie bald vorbei sein könnte. Vor diesem Hintergrund wirbt der 'Chor der Zivilisationen' darum, das Modell der Multi-Kulti-Stadt Antakya zu retten. Im Chor singen Sunniten und Schiiten, Griechisch-Orthodoxe und Katholiken, Juden, Kurden und Armenier zusammen. Und die Lieder, die sie vortragen, sind ebenso bunt gemischt. 'Es wird immer nur vergessen, dass es nur einen einzigen Gott gibt', sagt Chorleiter Yilmaz Özfirat. 'Aber jeder, der seinen Verstand benützt und auf seine Gefühle hört, muss zu diesem Schluss kommen!' Die Dokumentation 'Singen statt schießen' stellt den 'Chor der Zivilisationen' in Antakya vor.