Signes: Menschenrechte für Gehörlose: 75 Jahre World Federation of the Deaf

Signes: Menschenrechte für Gehörlose: 75 Jahre World Federation of the Deaf

SRF info SRF info 01.11., 11:20 - 11:50 Uhr
PorträtCH 202630 Minuten 
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Signes: 75 Jahre Weltverband der Gehörlosen - und die Schweiz als Sonderfall

Der Weltverband der Gehörlosen (World Federation of the Deaf, WFD) feierte sein 75-jähriges Bestehen mit einer zweitägigen Konferenz am 24. und 25. September 2026 in Rom unter dem Motto «Declaring Deaf People's Human Rights». Der Austragungsort war kein Zufall: Im September 1951 wurde der WFD in Rom gegründet, die Konferenz kehrte also symbolisch an ihren Ursprungsort zurück. Und sie machte spürbar, worum es damals wie heute geht: Es gibt eine internationale Deaf Community, die sich über alle Sprachgrenzen hinweg verbunden fühlt. «We are all family!», wir sind EINE Familie, sagte Joseph Murray, der amtierende Präsident des WFD in seiner Ansprache. Genau deshalb wurde der Weltverband vor 75 Jahren gegründet. Zum Abschluss zog am 26. September die Deaf Pride durch das historische Zentrum Roms, mit einer Kundgebung beim Kolosseum.

Signes-Moderatorin Natasha Ruf war in Rom dabei. In der Sendung trifft sie die charismatische und erfolgreiche ehemalige WFD-Präsidentin Liisa Kauppinen zum Interview. Zudem führt die RSI-Kollegin Paola Massa ein vertieftes Gespräch in italienischer Gebärdensprache (LIS) mit Autorin Anna Folchi.

LIS wird auch in der Tessiner Gehörlosengemeinschaft gebärdet. Damit ist man mitten im Schweizer Spezialfall: Die Mehrsprachigkeit des Landes gilt selbstverständlich auch für die Gebärdensprachen. Mit der Deutschschweizer Gebärdensprache (DSGS), der Langue des signes française (LSF) und der LIS verfügt die Schweiz gleich über drei Gebärdensprachen. Diese Vielfalt verlangsamt den Prozess der offiziellen Anerkennung zusätzlich.

Weltweit haben heute 81 von 195 Ländern, also 41,5 Prozent, ihre nationale Gebärdensprache offiziell anerkannt. Die Schweiz gehört nicht dazu. Natasha Ruf geht der Frage nach, welche politischen Hürden es gab und wo der Prozess der Anerkennung heute steht.

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Bildquellen: SRF 1