Scarface

Scarface

Brian De Palma schuf mit dem Gangsterepos "Scarface" eine grandiose, wuchtige Neuverfilmung des gleichnamigen Originals von Howard Hawks aus dem Jahr 1932. Während sich Hawks an Al Capones Aufstieg zum Gangsterboss orientiert, verlegt De Palma die Story nach Miami in die 1980er-Jahre. De Palma und Oliver Stone wollten keine Verherrlichung des Gangsterlebens präsentieren. Vielmehr wird - nach dem kometenhaften Aufstieg Tony Montanas - seine Selbstzerstörung in den Mittelpunkt der Handlung gerückt, die er durch Selbstüberschätzung, Drogen und Machtgier selbst heraufbeschwört. Für die Hauptrolle konnte der Regisseur keinen besseren Darsteller als Al Pacino (Golden-Globe-Nominierung für die Beste Hauptrolle 1984) gewinnen.

Durch knallig-bunte Farben und peppige Musik wurde der Film bald zu einem festen Bestandteil der Popkultur. Für De Palmas Film kombinierte Giorgio Moroder (Golden-Globe-Nominierung für die Beste Filmmusik 1984) Synthesizer-Discorhythmen mit fetzigem E-Gitarren-Sound und sorgte für beschwingte Ohrwurm-Nummern. Nicht nur dadurch hat "Scarface" den modernen Gangsterfilm mitbegründet. Auch der schonungslose Umgang mit Gewalt und eine bisweilen rohe, zynische Sprache haben dazu beigetragen. Auch Michelle Pfeiffers Rolle als Montanas Ehefrau war eine deutliche Abkehr von der Femme fatale, da sie ihren Mann nicht ins Verderben zieht, sondern sogar versucht, ihn davor zu bewahren. Die Schauspielerin spielt die zunächst stolze, dann desillusionierte, drogensüchtige Frau mit viel Einfühlungsvermögen.

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