Satte Farben vor Schwarz

Satte Farben vor Schwarz

Anita und Fred, beide Anfang 70, sind seit 50 Jahren zusammen und fast genauso lange verheiratet. Sie haben zwei erwachsene Kinder, Patrick und Karoline, ihre Enkelin Yvonne steht kurz vor dem Abitur. Es fehlt ihnen an nichts. Das Einzige, was ihnen nicht mehr im Überfluss bleibt, ist Zeit. Fred hat Prostata-Krebs, einen bösartigen Tumor. Doch er verweigert die Behandlung: Er möchte den Rest seines Lebens nicht als Patient verbringen. Eine einsame Entscheidung. Als Fred eines Tages hinter ihrem Rücken auch noch eine leere Wohnung anmietet, fühlt sich Anita endgültig vor den Kopf gestoßen. Fred beteuert, dass er keine Geliebte hat. Er brauche einfach einen Ort zum Nachdenken. Anita ist dennoch zutiefst verletzt, dass ihr Mann sie - zum ersten Mal in all den gemeinsamen Jahren - immer mehr ausschließt, in ihrer Zweisamkeit plötzlich Raum für sich allein beansprucht. Anita trifft den verzweifelten Entschluss - wenn Fred sein Leben nicht mehr mit ihr teilen will - in eine Seniorenresidenz zu ziehen und dort ihren Lebensabend allein zu verbringen. Erst als Fred sie an die bevorstehende Abiturfeier ihrer Enkelin erinnert, kehrt Anita nach Hause zurück. Auf der Abschlussfeier von Yvonne tanzen Anita und Fred ausgelassen. Die Nacht verbringen sie im Hotel. Sie lieben sich, tauschen Erinnerungen an ihr bewegtes Leben und ihre Liebe aus. Sie hatten sich beinahe verloren, doch jetzt steht ihre Entscheidung fest: Sie wollen zusammenbleiben - für immer.

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