Sag mir, wo die Schönen sind

Sag mir, wo die Schönen sind

GeschichtsreportageD  

Neun Frauen erzählen aus ihrem Leben. Sie alle hatten 1989 am Wettbewerb 'Miss Leipzig' teilgenommen und waren im Umfeld dieser Veranstaltung von dem Fotografen Gerhard Gäbler fotografiert und interviewt worden. 18 Jahre später hat Filmemacher Gunther Scholz die Frauen wieder besucht. Sein Dokumentarfilm ist das Porträt einer Gruppe junger Frauen, deren damaliger Lebensmittelpunkt Leipzig war. 1989 versuchten sie einen Schritt ins Rampenlicht. Was sich seitdem für sie verändert hat, beschreibt dieser Film. Im Mai 1989, nur wenige Monate vor der politischen Wende in der DDR, suchte die 'Leipziger Volkszeitung' die 'Miss Leipzig 1989'. Nicht nur Schönheit und Oberweite waren das Maß der Dinge - die Kandidatinnen sollten auch gut über ihre Stadt und deren Geschichte Bescheid wissen. Die meisten Kandidatinnen, die sich meldeten, wollten einfach einmal bei einer Misswahl dabei sein. Doch viele von ihnen hofften auch auf Veränderung in ihrem Leben, wollten die überall spürbare Langeweile durchbrechen. Der Leipziger Fotograf Gerhard Gäbler, damals noch Student, entdeckte bei der Misswahl die Möglichkeit zu einem bis heute einzigartigen künstlerischen und dokumentarischen Projekt. Er sprach mit vielen Bewerberinnen über ein eventuelles Fotoshooting und konnte fast 20 von ihnen für ein Doppelporträt gewinnen: ein Foto der Kandidatin am Arbeitsplatz, ein weiteres Foto nach eigener Wahl im privaten Umfeld. Die Bilder der jungen Frauen um die 20 in typischem DDR-Interieur sind inzwischen zu wichtigen zeithistorischen Dokumenten des letzten DDR-Jahres geworden. Zugleich erweist sich als Glücksfall, dass der Fotograf damals ein kleines Kassettengerät für Kurzinterviews dabei hatte. 18 Jahre später hat Filmemacher Gunther Scholz gemeinsam mit dem Fotografen Gerhard Gäbler die Frauen erneut besucht. Fast alle von ihnen haben Arbeit, sie sind verheiratet oder immer noch Single, eine lebt in Scheidung. Sie haben Kinder oder bekommen sie gerade - jetzt, mit 40.

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