Russische Präsidenten

Russische Präsidenten

Gesellschaft und Politik 

Auf dem Roten Platz tanzt die Moskauer Jugend frenetisch ins neue Jahrtausend. Der ohrenbetäubende Lärm vermag die Stimme des Präsidenten nicht zu überdecken. Auf riesigen Bildschirmen verliest Boris Jelzin die traditionelle Neujahrsbotschaft und kündigt zur allgemeinen Überraschung seinen Rücktritt an.
Ein Jahr nach diesem historischen Ereignis folgen wir dem Präsidenten in die Präsidentenresidenz, wir sehen den Wahlsieg seines Günstlings Putin, Jelzins Wallfahrt in seine Geburtsstadt Jekaterinenburg, seine Promotiontour durch Deutschland. Wo immer dieser Mann auch hinkommt, schlägt ihm die Begeisterung der Massen entgegen. Und sein Hofstaat folgt ihm überallhin: Familie, Handlanger, Leibwächter. Seine allgegenwärtige Tochter wacht über den reibungslosen Ablauf der Auftritte und achtet darauf, dass sein Bild bis in die letzte Einzelheit stimmt.
Dem gesundheitlich angeschlagenen Mann, der Russland mehr als acht Jahren regiert hat, fällt es jetzt schwer, Worte zu finden und sich zu bewegen. Ein scharfer Kontrast herrscht zwischen diesen Bildern und den Archivaufnahmen aus den glanzvollen Zeiten, als Jelzin noch mit der unverbrauchten Arroganz und Ungezwungenheit eines jugendlichen Helden sprach. Vitaly Mansky zeichnet ein nuancenreiches Porträt des mit allen Medienwasser gewaschenen Politikers.

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