Revolution in Russland
Mit Beginn des Jahres 1917 rissen in Petrograd, dem heutigen Sankt Petersburg, die Hungerdemonstrationen und Streiks nicht mehr ab. Höhepunkt war der 8. März 1917 (der 23. Februar nach dem damals in Russland gültigen julianischen Kalender, deshalb "Februarrevolution"): Zehntausende Frauen demonstrierten gegen den Hunger, den Krieg und den Zaren. Hunderttausende Arbeiter, über die Hälfte des Petrograder Proletariats, schlossen sich den Frauen an. Am 10. März kam es zum Generalstreik, "Nieder mit dem Krieg!", "Schluss mit dem Zaren!", so die Sprechchöre der Demonstranten. Ab dann ging der Sturz des jahrhundertealten Zarensystems rasend schnell. Zar Nikolaus II. verzichtete am 15. März für sich und seinen Sohn Alexander auf den Thron, zugunsten seines Bruders, des Großherzogs Michail, der wiederum gleich am nächsten Tag abdankte. Das war das Ende des Kaiserreichs, Russland wurde Republik. Eine provisorische Regierung mit dem Ministerpräsidenten Fürst Georgi Lwow, dem Vorsitzenden der Kadettenpartei Pawel Miljukow und dem Sozialrevolutionär Alexander Kerenski wurde gebildet. Doch in der Nacht des 7. November stürmten bewaffnete Arbeiter, Matrosen und Soldaten deren Sitz. Die Bolschewiki mit Lenin, Trotzki und Stalin übernahmen die Macht. Am 30. Dezember 1922 wurde die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, kurz UdSSR gegründet, 70 Jahre später, wieder zur Weihnachtszeit, machte der letzte Präsident der UdSSR, Michail Gorbatschow, das Licht im Kreml aus. Der bolschewistische Kommunismus war am Ende. Der ARTE-Schwerpunkt "Revolution in Russland" zeigt drei sehr unterschiedliche Produktionen: "Breaking News: Zar gestürzt - Revolution in Russland" ist ein neues, so noch nie gezeigtes Format. Im Mittelpunkt stehen die Moderatoren Emilie Aubry und Thomas Kausch, die am Tag des Zarensturzes aus dem "Breaking News"-Studio in Straßburg mit moderner Kommunikation, Schalten, kurzen Reportagen und Experten im Studio Klarheit in die Aktualität des Tages bringen. Der Rücktritt des Zaren kommt über Twitter. "Good Bye, Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin" entmythologisiert den angeblich so großen Revolutionsführer, und der Zweiteiler "Moskaus Imperium", von LOOKS produziert, erzählt, wie es weiterging, nachdem die UdSSR, das große Paradies des Kommunismus, einfach so implodiert und kollabiert ist.