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3sat Live-TV 3sat 21.09., 16:00 - 16:45 Uhr
ReisereportageD 200845 Minuten 

Satte Weiden unter endlosem Himmel, eine von der Landwirtschaft geprägte Gegend - das Ermland und die Masuren galten immer als ideal für die Pferdezucht.

Heute werden in privaten Gestüten vor allem Holsteiner, Westfalen, Oldenburger und Hannoveraner gezüchtet. Pferde, die im Sport international gefragt sind. Doch auch eine Rasse, die einst der Inbegriff edler Pferde war, spielt eine Rolle: die Trakehner.

Im Ermland und in Masuren werden einige der alten preußischen Gestüte als polnische Staatsbetriebe weitergeführt, für die es unumstößliches Gesetz ist, weiter nur reinrassige Trakehner zu züchten, sie aber den Anforderungen an heutige Sportpferde anzupassen. Allen voran das Gestüt Liski, wo nach dem Zweiten Weltkrieg alle Trakehner mit Abstammungspapieren zusammengeführt wurden, die sich in Polen noch auffinden ließen.

Zur Zeit des alten Preußens und des Deutschen Reiches galten West- und Ostpreußen als das größte zusammenhängende Pferdezuchtgebiet der Welt. Hier deckte das Militär den größten Teil seines riesigen Bedarfs an Pferden. Um den staatlichen Einfluss auf die Pferdezucht im ganzen Land zu garantieren, entstand 1732 das Hauptgestüt Trakehnen, das nach Friedrich dem Großen in Staatsbesitz überging. Hier wurden die Zuchtziele festgesetzt, Hengste gezogen, die in die im Land verstreuten Hengstdepots eingestellt wurden. Die Bauern konnten sich die Zuchthengste pachten, um ihre Stuten decken zu lassen. Zahlreiche Remontenämter kauften die "Remonten", die jungen Pferde, von den großen Gütern und den Bauern an und ritten sie ein für ihren Einsatz beim Militär.

Den größten Teil ihrer einstigen Funktionen für den Menschen haben Pferde heute verloren. In Polen züchten Bauern sie noch für die Arbeit in der Landwirtschaft. Meistens sind sie aber der Begleiter des Menschen in der Freizeit und im Sport, und dafür werden sie immer edler.

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