Rafael Kubelik spielt
Zu den größten Erfolgen von Bedrich Smetana gehört der Zyklus "Mein Vaterland". Nicht nur als Zeugnis tiefer Heimatliebe ist "Má Vlast" - so der Originaltitel der sechsteiligen Werkfolge - von besonderer Bedeutung für das Verständnis der Biografie Bedrich Smetanas, sondern noch viel mehr als Denkmal eines Triumphes der schöpferischen Willenskraft über die Verdüsterung des Gemüts. Denn die Arbeit an dem Zyklus begann zu der Zeit, in der der Komponist sein Kapellmeisteramt am Prager Interimstheater niederlegen musste, weil der fortschreitende Verlust des Gehörs ihm das praktische Musizieren unmöglich machte. Das niederschmetternde Schicksal vermochte jedoch nicht seine Produktivität zu mindern.
Unter welchen Leiden und Depressionen aber die Arbeit voranschritt, konnte man der Unbeschwertheit ausgedehnter Teile dieser Musik niemals anmerken. Umso ergreifender wirkt es, neben dem Abschlussdatum des ersten Stückes den lakonischen Vermerk "Im Zustand des Ohrenleidens", am Ende der "Moldau"-Partitur die Worte "Ich bin völlig taub" zu lesen. Zu Beginn des Konzertes gibt Klaus Schultz eine kurze Einführung in das Werk.