Putins Propaganda

Putins Propaganda

DokumentationDeutschland  

"Putins Propaganda" stellt die wichtigsten Propagandisten des Kreml vor und zeigt die Methoden, derer sie sich bedienen. Die Dokumentation zeigt Opfer der Propaganda in Russland selbst - Menschen, die sich gegen den Strom stellen und die dafür öffentlich bloßgestellt, ihres Einkommens beraubt und an Leib und Leben bedroht werden. Filmautor Stephan Kühnrich blickt hinter die Fassade der Propagandamaschinerie und spricht mit jenen Journalisten, die Kritik an Putins Politik üben. Dabei entsteht ein so genaues wie ernüchterndes Bild der Medienlandschaft und Pressefreiheit in Putins Russland.

Der Ton ist rau geworden in den russischen Massenmedien. Seit der Krim-Annexion übt sich die Kremlpropaganda in Kriegsrhetorik. In der Presse, in Hörfunk und Fernsehen werden Ukrainer Tag für Tag als blutrünstige Faschisten vorgeführt. Die Regierung in Kiew ist im stereotypen Sprachgebrauch nur noch "die Junta". "Krim nasch" - die Krim gehört uns, dieser Slogan wird den Russen seit über einem Jahr in jeder möglichen Form ins Gehirn gehämmert.

Schuld an allem Unbill tragen nach Meinung der meisten Kommentatoren "die Amerikaner" oder gar "der Westen" als Ganzes. Selbst an der durch sinkende Ölpreise verursachten Wirtschaftskrise sind nach offizieller russischer Lesart die westlichen Sanktionen schuld.

Putins Chefpropagandist, Dmitri Kiseljow, führt in seiner sonntäglichen Sendung im Fernsehkanal "Rossia 1" einen regelrechten Propagandakrieg gegen den Westen. So schwärmt er von der russischen Fähigkeit, "Amerika in radioaktive Asche zu verwandeln" - vor einem riesigen Atompilz. Die Tatsache, dass er als einziger "Journalist" auf der EU-Sanktionsliste steht, trägt er wie eine Auszeichnung vor sich her.

"Kritik an Putin ist ja schon ein Volkssport" - Kiseljow spricht auch gern von der grenzenlosen Pressefreiheit in Russland. Als Beispiele nennt er die traditionsreiche "Nowaja Gaseta", den Radiokanal "Echo Moskwy" und den Fernsehsender "Doshd".

Die Besuche in den Redaktionen der "Putinkritiker" fallen allerdings ernüchternd aus. Die Zeitung, für deren mutige Berichterstattung Anna Politowskaja und fünf weitere Journalisten starben, ist am 9. Mai zum letzten Mal erschienen. Druck auf Werbekunden, exorbitante Versandkosten und andere Schikanen führen zum wirtschaftlichen Aus. Ähnliches droht dem Fernsehsender "Doshd" und auch bei "Echo Moskwy" spürt man den rauen Wind aus dem Kreml. "Man kann unseren Radiosender jeden Tag schließen", sagt der stellvertretende Chefredakteur Sergej Buntman. "Aber wir wollen als Journalisten nicht aus Angst einknicken. Das wäre noch schlimmer als die Schließung." Viele Intellektuelle haben die Hoffnung auf einen Kurswechsel verloren. Sie verlassen in Scharen das Land.

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