Providence

Providence

In der Nacht vor seinem 78. Geburtstag wird der vom Tode gezeichnete Schriftsteller Clive Langham in den Sog von Gefühlen und Gedanken gezogen, die von tiefer Angst geprägt sind. Zugleich versucht er, seinen letzten Roman zu entwerfen. Aus den Erfahrungen der Nacht taucht Langham auf in den klaren Morgen seines Geburtstags, den er im Kreise der geliebten Kinder feiert. Der vom Tode gezeichnete Schriftsteller Clive Langham (John Gielgud) durchlebt in der Nacht vor seinem 78. Geburtstag dramatische Ängste und Gefühle, die er mit der Flasche zu betäuben versucht. Seine vom Alkohol stimulierten und verwirrten Gedanken kreisen um sein letztes Buch. Als Vorbild für die Hauptfiguren dienen ihm seine Söhne Claude (Dirk Bogarde) und Kevin (David Warner) sowie seine Schwiegertochter Sonia (Ellen Burstyn). Claude, dessen Art Langham am wenigsten zusagt, vertritt im Roman die Anklage gegen einen jungen Soldaten mit den Zügen seines Halbbruders Kevin. Dieser hat einem Greis die Bitte um den Gnadentod erfüllt; Claudes Frau Sonia fühlt sich darum in den nächtlichen Phantasien ihres Schwiegervaters viel mehr zu Kevin hingezogen als zu ihrem Mann. Claudes Geliebte Helen (Elaine Stritch) wiederum ist das Ebenbild seiner Mutter und lässt Langhams Schuldgefühle am Selbstmord seiner Frau offenbar werden. Zu diesem Abstieg ins persönliche Unbewusste gesellen sich albtraumhafte Bilder von politischer Verfolgung und Unterdrückung. Im strahlenden Sonnenlicht des nächsten Tages, seines 78. Geburtstages, scheinen dann die Schrecknisse der Nacht unendlich fern, bieten Langham und seine Angehörigen das Bild einer liebevollen Familie. Bei aller äußeren Ruhe weiß der alte Mann jedoch, dass die Ängste und Düsternisse unabtrennbar sind von dem Leben, an dem er weiterhin hängt. Mit 'Providence' kehrt Alain Resnais thematisch zu den Bereichen zwischen Realität und Irrealität zurück, in das Feld von Halb- und Unbewusstem, von Traum und Erinnerung, Fantasie und Assoziation.

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