Polizei in Deutschland: Bedingt einsatzbereit?
Der deutsche Kripo-Beamte ist vom Aussterben bedroht. 16 000 Stellen bei der Polizei wurden in den vergangenen 15 Jahren bundesweit abgebaut. Hinzu kommen schlechte Karrierechancen, bürokratische Hürden, Wut über die mangelnde Rückendeckung durch Politik und Justiz, viele Überstunden und unterdurchschnittliche Bezahlung. Der "info-Stammtisch" diskutiert die Frage "Wie gut ist unsere Polizei?" Die technische Ausstattung ist veraltet, der Respekt in der Bevölkerung vor Polizeibeamten nimmt ab. Jeder vierte Polizist ist von Burnout bedroht, bei ohnehin hohem Krankenstand: Ein Fünftel aller Polizisten fehlt länger als sechs Wochen im Jahr. Der Zeitpunkt für die negative Atmosphäre ist denkbar schlecht, denn neue, früher ungeahnte Aufgaben fordern die Polizei heute mehr denn je: zum Beispiel der Kampf gegen den islamistischen Terror. So sind mindestens 25 Polizisten nötig, um nur einen so genannten Gefährder zu überwachen. Hinzu kommen Aufgaben, die die Beamten durch den Flüchtlingsansturm bewältigen müssen - neben Großeinsätzen wie bei Bundesliga-Spielen und politischen Demonstrationen. Die Ermittlungseinsätze sind umfangreicher geworden, die Gefährdungslage hat sich - wie es im Polizei-Jargon heißt - "verdichtet". Die gefühlte Sicherheit in der Bevölkerung nimmt kontinuierlich ab, nicht zuletzt durch die horrend steigenden Wohnungseinbrüche und die erschreckend niedrigen Aufklärungsquoten. Die Polizei, klagen Betroffene, ist zur Stelle, wenn es Knöllchen für Falschparker zu verteilen gibt oder Raser zu blitzen. Aber ein Freund und Helfer in der Not ist sie schon lange nicht mehr. Für "ZDFzeit" gehen wir nach dem bewährten Muster des journalistischen Check-Gedankens der Frage nach: "Wie gut ist unsere Polizei?" Wie gut kann sie sein in Zeiten von Terror, Flüchtlingskrise und hochaktiven Einbrecherbanden?