Philippe Jordan dirigiert Beethoven
Beethovens erste Symphonie entstand zu einer Zeit - uraufgeführt wurde sie 1800 - in der das bürgerliche Publikum die aristokratischen Mäzene im Konzertsaal abgelöst hatte. Seit Mozart und Haydn hatte sich die Gattung Symphonie etabliert, Beethoven füllt sie mit revolutionärem Gedankengut. Die Erste zeigt diesen Übergang, sie ist noch klassisch im Sinne von Mozart und Haydn, jedoch werden bereits Akzente verstärkt, höfische Tänze dekonstruiert.
Die Symphonie Nr. 3 mit dem Beinamen "Eroica" , die ursprünglich Napoleon Bonaparte gewidmet war, gilt dagegen als Wendepunkt im Werk des Komponisten. Beethoven löst sich darin vollständig von den klassischen Vorbildern und wendet sich ganz einem romantischen und monumentalen Stil zu, der sich insbesondere durch die dominierende Bassstimme der Streicher und durch rhythmische Variationen auszeichnet. Die erschütternde Ernsthaftigkeit der Symphonie spiegelt die inneren Kämpfe des Komponisten wider: Ihre Entstehung fällt in eine Zeit, in der sein Gehör unwiederbringlich verloren geht.
Philippe Jordan, Sohn des 2006 verstorbenen Dirigenten Armin Jordan, ist zur Zeit einer der gefragtesten Dirigenten. Seit 2009 ist er nun schon für den Klang des Orchesters der Opéra national de Paris verantwortlich. Seit der aktuellen Spielzeit ist er auch musikalischer Leiter der Wiener Symphoniker. Mit ihnen führte er zu Ostern in Wien Schubert auf, mit einem der derzeit besten Liedinterpreten von Schubert, Matthias Goerne. Auch dieses Konzert wird ARTE online auf ARTE Concert streamen und im Mai auf dem Sender ausstrahlen.