Oh du Heilige!
Die Ordensschwestern in der Abtei von Malestroit geben offen zu, dass sie gerne heilig wären. Sie verstehen darunter, profanen Bedürfnissen zu widerstehen, um so eine sakrale Nähe zu Jesus herzustellen. Doch der Weg zum Heiligenstatus ist kompliziert: Man muss wenigstens zwei Wunder erwirken. Die Vollbringung des ersten führt zur Seligsprechung, wonach die Anerkennung des zweiten die Heiligsprechung erlaubt.
Allerdings gibt es auch im profanen Leben heilige Frauen. Berühmte Schauspielerinnen wie Keira Knightley oder Angelina Jolie bewerben sich durch ihr öffentlichkeitswirksames Engagement für Benachteiligte für eine Heiligsprechung. Einen anderen Weg wählt dagegen Miley Cyrus, die für sexuelle Enthaltsamkeit vor der Ehe eintritt. Damit verficht sie eine Haltung, die in den USA verbreitet ist. Bei Keuschheitsbällen in Arkansas schwören junge Mädchen ihren Vätern, bis zur Ehe auf jede Form der Intimität zu verzichten. Selbst ein bloßer Kuss wird dabei dämonisiert.
Viele Wege zur Heiligkeit sind denkbar. Würdige Kandidatinnen finden sich vor allem in den Heilberufen. Auf der Reise von Paris über Berlin nach Pionsat hat ARTE Frauen getroffen, die sich der profanen Barmherzigkeit verschreiben. Kinder oder Obdachlose sind die Empfänger dieser praktischen Heiligkeit. Ebenso konkret arbeiten jene heiligen Frauen, die politisch für das Wohl der Welt kämpfen. Chebeka Hachemi etwa kann nicht anders als handeln: Im vom Krieg zerrütteten Afghanistan baut sie Schulen und setzt sich für ein freies Land ein.