Norwegen - Im Rhythmus der Rentiere

Norwegen - Im Rhythmus der Rentiere

LandschaftsbildCH  

Schätzungsweise 70.000 Samen leben jenseits des Polarkreises in den nördlichen Teilen Norwegens, Schwedens und Finnlands sowie auf der nordrussischen Kola-Halbinsel. Fischerei, Jagd, Beerenernte und Wanderviehwirtschaft sind das, wovon und wofür das Volk der Samen lebt. Sie haben eine gemeinsame Sprache - das zur finno-ugrischen Sprachfamilie gehörende Samisch und eine mehr als zehntausend Jahre alte gemeinsame Geschichte. Doch Protestantismus und Luthertum, Kolonisierung, Freihandel und Fortschritt in Form von Elektrizität und Technisierung haben die Wirklichkeit der Samen über die Jahrhunderte hinweg grundlegend verändert.

Der politisch engagierte Nils Henrik Sara aus der norwegischen Finnmark ist Same. Er setzt sich für die Interessen von mehr als 3.000 Rentierzüchtern in Norwegen ein. ARTE begleitet ihn und seine Züchtergemeinschaft, Siida genannt, bei ihrem 58. Rentierauftrieb: Die Tiere werden Richtung Küste getrieben, wo sie den Sommer verbringen sollen. Auf ihrer 1.500 Kilometer langen Wanderung durch die Tundra muss die 1.300 Tiere zählende Herde zusammengehalten und mit Schneemobilen oder Geländewagen bewacht werden, Mahlzeiten müssen zubereitet und Nachtetappen geplant werden.

Die Dokumentation veranschaulicht, was den Samen das Leben und die Arbeit als Rentierhirten im hohen Norden so schwermacht: der dramatische Klimawandel, die schwieriger werdende Suche nach Flechten, der Ausbau des Energie- und Bergbausektors, der Bau von Straßen und Ferienhäusern sowie politische Zwänge. Sie gibt aber auch intime Einblick in den naturverbundenen Alltag der Minderheit, untermalt mit traditionellem Gesang, dem samischen "Joik".

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