Nelson Müller
'Punk und Rock 'n' Roll!' so beschreibt Nelson Müller die Arbeit in der Küche. Die Energie, die Hitze, selbst der manchmal raue Umgangston haben ihn schon als Jugendlichen begeistert. Heute, mit Anfang 30, gehört er zu den beliebtesten TV-Köchen Deutschlands. Eine Karriere, die nicht selbstverständlich war. Als Adoptivkind kam Nelson Nutakor aus Ghana nach Süddeutschland. Hier hilft er schon früh seinen Pflegeeltern, Gemüse anzubauen, Marmelade einzukochen und Eintöpfe zu zubereiten. Wenn er von 'seinen Eltern' spricht, dann meint er die Müllers, deren Namen er auch heute noch trägt. Essen ist bei den Müllers Lebenskultur und die Naturverbundenheit, die sie ihm mitgegeben haben, prägt ihn bis heute. Doch nicht nur sein Sinn fürs Kulinarische wird in Deutschland geweckt, sondern auch sein musikalisches Herz. Der Vater ist leidenschaftlicher Musiker, mit dem Nelson, wann immer er zu seinen Eltern fährt, musiziert. 'Alte Schlager, manchmal auch was Modernes' spielen sie dann. Der Kontakt zu seinen leiblichen Eltern ist ihm auch wichtig. Er besucht sie von Zeit zu Zeit in London und erlebt dort dann afrikanisches Leben. In seinem Restaurant 'Schote' in Essen waltet er mit größter Professionalität. So oft es geht, steht er selber hinter den Herden. Obwohl sein Betrieb inzwischen zehn Angestellten beschäftigt. 'höchstpersönlich' zeigt den Menschen hinter den Herdplatten: jemand, der leidenschaftlich Musik macht, dessen wahre Hingabe aber das Kochen ist; der im alltäglichen Leben oft die Zerrissenheit zwischen den Kulturen spürt. So facettenreich sein Leben und seine Kochkunst, so differenziert möchte er selbst wahrgenommen werden. Er stellt klar: 'Ich möchte nicht in die Schublade des Quotenafrikaners, in das Raster des 'Schwarzen, der es geschafft hat', geschoben werden.