Morddeutschland

Morddeutschland

Recht und Kriminalität 

Ein trüber Morgen am 15. Januar 2010 im Hamburger Nobelviertel Blankenese: Kurz vor acht Uhr entdecken Kinder der Rudolf Steiner Schule ein Taxi, das mit laufendem Motor und Warnblinkanlage an der Straße steht. Seitlich auf den Beifahrersitz gekippt liegt Taxifahrer Peter L.

Wie die Mordkommission später rekonstruiert, ist er während der Fahrt von hinten mit drei Kopfschüssen getötet worden. Motor und Taxameter laufen noch, in der Fahrertür steckt das Portemonnaie des Opfers. Das macht einen Raubmord unwahrscheinlich.

Für die Polizei ist der Fall ermittlungstechnisch ein Albtraum. Im Taxi sind haufenweise Spuren von unbescholtenen Fahrgästen. Nichts lässt erkennen, warum das Opfer ausgerechnet in der Villengegend von Hamburg-Nienstedten sterben musste.

Das Taxi hätte überall stehen können. Eine Täter-Opfer-Beziehung oder ein Bezug zu dem Nobelviertel an der Elbe ist für die Ermittler nicht erkennbar. Dafür zeichnet sich ab, dass der Täter möglicherweise psychisch krank ist und eher aus Lust am Töten geschossen hat als aus Rache oder anderen Motiven. Die Kommissare suchen also einen Mörder, der skrupellos, bewaffnet und auf der Flucht ist. Er kann jederzeit wieder zuschlagen. Und es gibt kaum Anhaltspunkte.

Doch über das Taxameter lassen sich die Strecke der letzten Tour und die Startzeit rekonstruieren. Die Spur führt die Ermittler zur S-Bahn-Station Blankenese. Doch dort endet dieser Ermittlungsansatz. Es gibt keine Zeugen zum fraglichen Zeitpunkt. Videoaufnahmen sind zwar vorhanden, doch wonach soll man suchen?

Erst der Abgleich mit den Überwachungsvideos einer weiteren S-Bahn-Station bringt den Durchbruch. Eine junge Polizeianwärterin in der Mordkommission sichtet 49 DVDs mit Aufnahmen und erkennt einen Mann, der in Blankenese ausgestiegen und in Klein Flottbek wieder eingestiegen ist.

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