Mit Kennedy durch Deutschland

Mit Kennedy durch Deutschland

'Der Funke sprang über, wie ich es noch nie erlebt habe. Er war anders als diese alten deutschen Politiker, er verkörperte etwas Neues. Wir waren jung und wir waren sehr aufgeregt', so erlebte Heinz Ickstadt, damals 27 Jahre und Student in Berlin, den Kennedy-Auftritt vor dem Schöneberger Rathaus. 'Kennedy war eine strahlende Gestalt, ein Mensch, der die Sehnsüchte der Menschen nach Freiheit erfüllte, der Amerika und die Welt auf den richtigen Weg bringen konnte.' Ob in Köln, Bonn, Frankfurt oder Berlin, Kennedy wurde frenetisch gefeiert, nie zuvor hatte es in Deutschland eine solche Begeisterung für Amerika gegeben. Und niemals danach - der Kennedy-Besuch im Juni 1963 markiert bis heute einen Höhepunkt der transatlantischen Partnerschaft zwischen den USA und Deutschland. Kennedy erschien den Deutschen wie eine Lichtgestalt, ein Hoffnungsträger für Alte und Junge. Für die einen war er der Garant der Sicherheit vor einer sowjetischen Expansion in Westeuropa, für die anderen verkörperte er eine neue Politikergeneration, hob sich ab von den vergreisten Politikern der Bonner Republik. Statt väterlicher Autorität brachte der amerikanische Präsident jugendlichen Idealismus mit, statt auf eherne Dogmen setzte er auf mutige Visionen. In einer krisengeschüttelten Zeit war er die Führungsfigur der freien Welt, von der sich so viele eine friedlichere Zukunft erhofften. In Ausschnitten aus den Fernsehübertragungen zum Besuch vermitteln die Reporter von damals, unter anderem der junge Hajo Friedrichs, die Stimmung und Gefühle jener Tage. Zeitzeugen berichten, wie sie den Deutschlandbesuch des amerikanischen Präsidenten erlebten: Gerald Blaine war Mitglied im Security Service des Präsidenten und auf der gesamten Reise mit dabei. Von der Begeisterung der Deutschen war er beeindruckt, obgleich der Ansturm seinen Job nicht gerade leicht machte. Auch die deutschen Polizeibeamten wurden ziemlich nervös, als Kennedy am Frankfurter Römer ein Bad in der Menge nahm.

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