Mit einem Koffer voller Lieder
Peter-Michael Seifried ist immer auf Achse. Der Kirchenmusiker aus Berlin ist seit vielen Jahren Kreiskantor in Jüterbog. Nun will er ungewohnte Klänge in die Provinz bringen. Gerade in Jüterbog, wo im vergangenen November Neonazis einen Flüchtlingstreff in Brand gesetzt haben, will er ein Zeichen setzen. Seifried nimmt Kontakt zur Omar Ibn Al Khattab Moschee in Berlin Kreuzberg auf und gewinnt die Gesangsgruppe der Gemeinde für ein Konzert. Die junge israelische Kantorin Aviv Weinberg, die gerade ihre Ausbildung am Abraham Geiger Institut beendet hat, muss nicht lange überlegen, sie wird ebenfalls mitmachen.
Zurück in Jüterbog besuchen Kantor Seifried und sein Kollege Johannes Ratgeber beladen mit Rhythmus-Instrumenten das neu eröffnete Übergangsheim für geflüchtete Familien. Binnen weniger Minuten füllt sich der Raum mit Kindern, die trommelnd und rasselnd musizieren. Die 40 Männer und Frauen des Chors der Kantorei Jüterbog treffen sich zur letzten Probe vor dem Konzert. Dann kommen insgesamt 150 Kinder, Jugendliche, Erwachsene, christliche, jüdische, muslimische Menschen zusammen, um die Gesänge ihrer Religion und Kultur zu teilen. Die Kirche füllt sich mit Besuchern, unter ihnen auch arabische Gäste.