Meine Nacht bei Maud

Meine Nacht bei Maud

Clermont-Ferrand, im Winter: Jean-Louis, ein junger katholischer Ingenieur, kehrt nach einem längeren Auslandsaufenthalt zurück in die Auvergne. Während einer Messe begegnet er Françoise. Für ihn ist es Liebe auf den ersten Blick. Er traut sich jedoch nicht, mit ihr Bekanntschaft zu schließen. Am Weihnachtsabend lädt ihn Vidal, ein marxistischer Freund, zu seiner Bekannten Maud ein. Sie diskutieren über 'Gott und die Welt'. Maud ist Atheistin und geschieden. Sie lebt zusammen mit ihrer kleinen Tochter und hat ihre eigene Vorstellung vom Leben. Jean-Louis ist so beeindruckt von ihrer Haltung, dass er schließlich sogar mit seiner eigenen Weltanschauung hadert. Am nächsten Morgen, nachdem er gerade noch so dem Charme von Maud widerstehen konnte, beschließt er, Françoise anzusprechen. Fünf Jahre später treffen Jean-Louis und Françoise, die inzwischen verheiratet sind, Maud zufällig an einem Strand wieder. Die beiden Frauen scheinen sich zu kennen ... Der Erzähler bezeichnet sich im Film als 'praktizierender Katholik'. Seine moralischen Überzeugungen werden im Film seinem Verhalten im Alltag gegenübergestellt. Seine Unentschiedenheit zwischen den beiden Frauen ist Sinnbild für die innere Widersprüchlichkeit seiner Person. Sie wird anschaulich durch die starke Gegensätzlichkeit von Françoise und Maud: Erstere ist streng, einfach und asketisch, während Letztere Freiheit, Sinnlichkeit und Atheismus verkörpert. 'Distanziert und subtil gestalteter, in ruhigem Bildrhythmus entwickelter Dialogfilm aus dem Zyklus der 'Moralischen Geschichten'. Eine anregende, auf hohem intellektuellem Niveau angesiedelte Auseinandersetzung mit Moral und Ethik' (Lexikon des Internationalen Films).

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