Mein Neukölln - Wo gehste hin? Wo kommste her?

Mein Neukölln - Wo gehste hin? Wo kommste her?

Stadtbild 

Die einst graue Weserstraße ist die derzeit angesagte Feiermeile Berlins. Das Stadtmagazin Tipp verglich den Wandel Neuköllns mit den 80er Jahren in New Yorks Lower Eastside und auch die New York Times schwärmte schon von einer kreativen Welle in Neukölln - im so genannten Reuterkiez. Genau hier im hippen Viertel von Berlin, Reuterstraße Ecke Pflügerstraße, kam der Filmemacher Wolfgang Ettlich 1947 auf die Welt. Mit seiner Schwester und den Eltern wuchs er im Seitenflügel in einer Ein-Zimmer-Hausmeister-Wohnung auf. Der Vater war Autoschlosser, die Mutter Fabrikarbeiterin - ein Leben in Arbeit. Nach nun fast 50 Jahren kehrt Ettlich, der 1968 nach München zog, zurück in seine alte Heimat und macht einen Film über das Gestern und Heute - über sein Neukölln, das früher ein klassisches Arbeiterviertel war.
Er stellt seine persönlichen Erinnerungen an 'sein' Neukölln dem heutigen Neukölln gegenüber. Es ist eine Spurensuche zurück an die Orte der Kindheit, es ist eine Begegnung mit spannenden Menschen und eine Entdeckungsreise. Was mittlerweile weit über die Grenzen Berlins bekannt ist: Berlin-Neukölln ist in letzter Zeit unglaublich in Bewegung geraten. In dem ehemals harten, trostlosen Stadtbezirk, in dem man zum Teil nachts nicht auf die Straße gehen konnte, hat sich eine 'Hipster-Karawane' breit gemacht. Künstler, Studenten, Szene-Typen, denen Kreuzberg, der Prenzlauer Berg etc. zu teuer geworden ist. In ihrem Schlepptau kamen leider die Immobilienhaie, die den nördlichen Teil Neuköllns 'Kreuzkölln' getauft haben, als quasi vertrauensbildende Maßnahme. Höchste Zeit für den Filmemacher seine alte Heimat zu besuchen und das Damals und das Heute zu vergleichen. Der Film ist eine spannende Reportage, der das Lebensgefühl der 'alten' Neuköllner und der 'neuen' Neuköllner zeigt. Und das spontan und ehrlich. Ein Spaziergang durch das heutige Neukölln.

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