Mein berühmtes Gesicht

Mein berühmtes Gesicht

DokumentationD  

Es hat viel Mut dazu gehört. Doch die Angst bleibt, die Angst, dass man ihn auslachen, ihn nicht ernst nehmen, ihn nur als billigen Abklatsch sehen wird. Aber er hat es riskiert, alles auf diese Karte gesetzt. Marcus Krey hat seine erste eigene Platte gemacht, auch wenn er sich stark wie sein Idol Udo Lindenberg anhört. Doch vielleicht gelingt ihm damit der Sprung aus dem Schatten des Double-Daseins, hin zu einer eigenen Karriere unter dem eigenen Namen. Seit fast 30 Jahren macht Marcus das jetzt: die Udo-Lindenberg-Show. Ziemlich erfolgreich tingelt er an 40 Wochenenden im Jahr durch Deutschland und doubelt Udo. Egal, ob bei Firmenmessen, kleinen Privatpartys oder auch bei Double-Treffen, wo er nur einer unter vielen Doppelgängern ist. Das ist nicht immer leicht, wie er zugibt, aber die Musik ist sein Leben, ohne sie würde er untergehen. Von Beruf Schlosser, hat er von klein auf davon geträumt im Rampenlicht zu stehen. Das Allerwichtigste ist, sagt er, nicht seine Identität im Double zu verlieren, sondern immer zu wissen, wer man ist. Doch wie schwer das sein muss, erahnt man, wenn man Marcus sieht und hört und merkt, wie stark er das Original schon nachahmt, ohne es selbst noch zu spüren. Nika Hoven, die 27-jährige Frau trägt einen Künstlernamen, identifiziert sich aber schon nach außen ganz offen mit ihrem Idol, dem sie in Aussehen und Kleidung nacheifert: Angelina Jolie. Nika hat sich ein Zitat aus einem Jolie-Film auf ihren Rücken tätowieren lassen, ein Zitat, das sie beim Fotoshooting abdecken muss, weil es den Gesamteindruck im tief ausgeschnittenen Kleid trübt. Sie ist es gewohnt, dass man sie anguckt, und sie genießt es auch. Das einzige Problem ist für sie, dass sie viel lieber als Schauspielerin unter ihrem eigenen Namen bekannt werden würde. Nika glaubt, das Zeug dafür zu haben. Doch als sie neulich in einem Fernsehfilm in einer kleinen Nebenrolle mitspielte, war sie doch nur wieder Angelina Jolie - und dazu noch als gespielte Doppelgängerin, was im Film sofort gehässig aufgedeckt wurde.

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