Maria voll der Gnade

Maria voll der Gnade

Maria (Catalina Sandino Moreno) lebt in Kolumbien auf dem Land. Tagsüber arbeitet sie in einer Blumenfabrik, in der praktisch die ganze Dorfbevölkerung beschäftigt ist. Keine der Arbeiterinnen würde sich je gegen die unwürdigen Arbeitsbedingungen wehren. Maria aber muckt auf: Sie kündigt, nachdem ihr der Arbeitgeber nicht erlaubt hat aufs Klo zu gehen. Gegen den Willen ihrer Familie fährt sie nach Bogotá, um eine Stelle als Hausmädchen zu suchen. Schon auf dem Weg dorthin erhält sie von Franklin (John Álex Toro), den sie von einer Party kennt, den Ratschlag, als Maultier Geld zu verdienen. Maultiere werden jene Mädchen genannt, die Drogen in ihrem Körper schmuggeln. Ihnen winkt ein Lohn, von dem eine junge kolumbianische Frau ohne Ausbildung nur träumen kann. Drogenboss Gómez (Jaime Osorio Gómez) schickt Maria mit 62 Kugeln Heroin im Körper in die USA. Sie trifft Lucy (Guilied Lopez), eine erfahrene Kurierin, die ihr beibringt, wie man die Kugeln schluckt, ohne dass diese beschädigt werden. Platzt eine Kugel im Magen, bedeutet das für die Frauen den sicheren Tod. Im Flugzeug trifft Maria auf ihre beste Freundin Blanca (Yenny Paola Vega). Ohne Marias Wissen hat Franklin auch sie als Maultier angeworben. Vorerst geht alles gut, doch Lucy wird schon im Flugzeug krank und kann sich kaum auf den Beinen halten. Als Maria dann am Zoll auch noch aufgehalten wird, scheint alles verloren. Im Vergleich etwa zu Steven Soderberghs Traffic, der lange Zeit als Vorzeigefilm zum Thema Drogenschmuggel und US-amerikanische Anti-Drogenpolitik diente, bleiben in Maria Full of Grace das Drogenkartell, die mächtigen Drogenbosse sowie die amerikanische Politik am Rande. Der Regisseur Joshua Marston interessiert sich vielmehr für die persönlichen Aspekte des Drogenschmuggels oder die Humanisierung einer politischen Situation, wie er es selbst beschrieb. Anstelle von grossen Zusammenhängen sehen wir drei Frauen, die als Transportobjekte alle im selben Flugzeug sitzen und sich alle den gleichen extremen strafrechtlichen sowie körperlichen Gefahren aussetzen.

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