Marcel Duchamp

Marcel Duchamp

Ohne Marcel Duchamp wäre die Kunstgeschichte eine andere. Er ist der wichtigste und einflussreichste Künstler des 20. Jahrhunderts neben Pablo Picasso. Im Sommer 1912 besucht er für drei Monate München. Marcel Duchamp nennt diese Etappe seines Lebens eine 'völlige Befreiung'. Auf Einladung des Freundes Max Bergmann, eines 'Kuhmalers', kommt er nach München. Er will weg aus Paris. Als Künstler wird er dort noch nicht gewürdigt. Der Fünfundzwanzigjährige nimmt sich in Schwabing ein Zimmer, studiert in der Alten Pinakothek die Gemälde Lucas Cranachs d. Ä. und besucht, besessen von Technik, wie er war, Ausstellungen im Deutschen Museum. Er liest Wassily Kandinskys Schrift über 'Das Geistige in der Kunst', malt ein wenig und spricht, nach eigenen Aussagen, nicht viel. Drei Monate im Sommer vor hundert Jahren sollten Duchamp und die Kunstwelt verändern. Als er schließlich nach Paris zurückkehrt, beginnt seine künstlerische Reise in die Moderne. Er sammelt Gegenstände aus dem alltäglichen Gebrauch: ein Pissoir, das er 'Fountain' nennt, ein Fahrrad-Rad, eine Schneeschaufel - und plötzlich ist das 'Ready Made' geboren. Mit dem 'Großen Glas' erweitert er die Kunst in seinen Augen um die vierte Dimension. Er bricht mit Sehgewohnheiten, gibt Rätsel auf, spielt mit Sprache und verlangt das Mitdenken beim Kunstgenuss. Zehn Jahre arbeitet er an seinem Hauptwerk 'Das große Glas'. Bei einem Transport bricht das Glas. Duchamp bleibt gelassen. Ein paar neue Gedanken und die Risse sind kein Problem mehr. Duchamp lebt sparsam, spielt fanatisch Schach, liebt die Frauen und bezeichnet sich als faul. Die Kunstwelt aber verehrt ihn schon zu Lebzeiten. Mit Marcel Duchamp hat die Avantgarde ihre Ikone gefunden. Das Rätselhafte, das Widersprüchliche und vor allem das Denken fließt in seine Kunst und beeinflusst alle kommenden Kunstgattungen. Ohne Duchamp wären Künstler wie Andy Warhol, Jeff Koons und auch Sylvie Fleury kaum zu denken. Er war ihr Pionier.

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