Liebesgrüße aus den Kolonien

Liebesgrüße aus den Kolonien

Suzanne kommt 1926 als Tochter eines belgischen Kolonialbeamten und einer ruandischen Frau zu Welt. Als sie vier Jahre alt ist, nimmt der Vater seine Tochter mit in seine Heimat Belgien, denn Suzanne soll unbedingt europäisch erzogen werden. In den tonangebenden Kreisen - nicht nur in Belgien - wurden Kinder wie Suzanne zu dieser Zeit 'Mischlingskinder, die vor dem Leben als Neger bewahrt wurden', genannt. Suzanne ist eines von Tausenden Kindern, die damals unter allgemeinem Schweigen entwurzelt wurden. Doch noch zahlreicher sind die Kinder, die von ihren europäischen Vätern einfach zurückgelassen wurden. In beiden Fällen sind die Betroffenen Opfer einer brutalen Rassentrennungspolitik. Suzannes Schicksal gehört zu jenen Kapiteln der belgischen Geschichte, die noch immer tabubelastet sind. Suzannes Vater ist auch der Großvater der Filmemacherin Nathalie Borgers, die erst im Alter von 27 Jahren von der Existenz ihrer Tante Suzanne erfährt. In ihrem Dokumentarfilm bricht sie das Schweigen über die Herkunft von Suzanne und verwebt Familienschicksal und Kolonialgeschichte.

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