Letzte Chance 'Idiotentest'
Es gibt viele Wege, seinen Führerschein loszuwerden: Autofahren mit Alkohol, andere paffen ihren Joint oder lieben das schnelle Fahren. Das Ergebnis ist immer gleich und trifft Zehntausende jedes Jahr: Führerscheinverbot. Für viele ist das eine selbstverschuldete Katastrophe, die privat und beruflich oft existenzgefährdend ist. Wer den Führerschein verloren hat und ihn wieder zurück haben will, der muss zum so genannten 'Idiotentest', zur MPU, der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung. Etwa die Hälfte der Teilnehmer an der MPU scheitert im ersten Anlauf, weil die Prüflinge nicht verstanden haben, dass ein paar flotte Sprüche nicht genug sind. Sie müssen ihren Lebensstil überprüfen und sich erkennbar ändern, sonst gibt es keinen Führerschein mehr. Da ist Mario (28), der bei einer Alkoholfahrt das Auto seines ehemaligen Chefs zu Schrott gefahren hat. Danach verlor er Freunde, den Job und hat seitdem enorme Schulden. Seine damalige Freundin hielt überraschend zu ihm, inzwischen ist er verheiratet, hat eine kleine Tochter und will wieder den Führerschein. Seit einigen Monaten ist er abstinent, sagt er, für seine Familie. Ob das den Prüfern von der MPU reicht? Oder Vanessa (40), alleinerziehende Mutter, die in ihrem Beruf keine Arbeit fand und sich vor den alltäglichen Sorgen in Haschischträume flüchtete. 'Ich wollte, dass der Stress verraucht', sagt sie, stattdessen war sie ihren Führerschein los. Für professionelle Vorbereitungskurse auf die MPU hat sie kein Geld. Aber sie will die Prüfung als Chance nutzen, um ihr Leben neu zu ordnen. Oder Michael (49), als Unternehmer eine Stütze der Gesellschaft. Aber auch ein Autonarr und Besitzer von vier Sportwagen. Mit seinem Porsche wurde er über die Jahre immer wieder mal geblitzt. Jetzt ist der Führerschein weg, und eine MPU steht vor der Tür. Bei ihm ist es die zweite. Durch die erste ist er durchgefallen. Was werden die Prüfer diesmal sagen?