Leonardo da Vinci

Leonardo da Vinci

Der Film bringt dem Zuschauer Leonardo da Vinci anhand der Erforschung zahlreicher, von ihm hinterlassener Manuskripte und Dokumente näher. Im Laufe dieses Streifzugs durch das Italien des Quattrocento und das Frankreich von François I. wird das Wesen des Künstlers deutlich: ein großer Visionär, von dem Freud sagte, er sei in der Finsternis erwacht, während andere noch schliefen. Sein Mythos gleicht einer Hydra mit unendlich vielen Köpfen. Leonardo da Vinci lässt sich in kein biografisches Schema pressen, nichts in seinem Leben und Werk ist definitiv, und genau wie die vom Künstler benutzte Spiegelschrift kann auch sein Leben nicht ohne weiteres entziffert werden. In der Sinnlichkeit der toskanischen Landschaft, der architektonischen Schönheit von Plätzen und Palästen, dem friedlichen Zauber der Kirchen mit ihren unzähligen Muttergottesbildern geht die Kamera Bildern und Stimmungen nach, die vor langer Zeit auch die Sinne des jungen Leonardo tief prägten. Bei der Wiederentdeckung seiner ausnahmslos berühmten Bilder stößt der Betrachter in seinem Lehrbuch der Malerei und in verschiedenen anderen Aufzeichnungen auf Theorien über die 'Erforschung des Wahren'. In seinen ersten Landschaftsdarstellungen kommt eine für die damalige Zeit neue Sensibilität zum Ausdruck: Seine Helldunkelmalerei lässt die Natur geradezu erbeben und verleiht ihr gleichzeitig Tiefe und Transparenz. Seine Malerei, die für den Künstler den gleichen Stellenwert wie Musik hatte, ist voller Geheimnisse und Anspielungen und gibt zu unendlich vielen symbolischen und theologischen Deutungen Anlass.

Bewertung

2,0   2 Stimmen