KZ-Geschäfte. Buchenwald und die Außenlager

KZ-Geschäfte. Buchenwald und die Außenlager

Im Juli 1937 wurden auf dem Ettersberg bei Weimar von Häftlingen Bäume gerodet. Der Baubeginn für das größte Konzentrationslager in Deutschland liegt 75 Jahre zurück. Aus diesem Anlass widmet sich erstmals eine Fernsehdokumentation dem Wirtschaftssystem des Lagers. Buchenwald wird heute nur als KZ-Gedenkstätte auf dem Ettersberg bei Weimar wahrgenommen. Doch das Lager war das größte KZ im deutschen Reich: Ein gigantisches System aus 136 Nebenlagern in allen Gegenden Deutschlands. Mit Beginn des 2. Weltkriegs wurde Buchenwald systematisch ausgeweitet - ein Netzwerk der Zwangsarbeit. Die deutsche Industrie, nicht nur die Rüstungsindustrie, mietete bei der SS billige Arbeitskräfte zu menschenunwürdigen Bedingungen. Viele bekannte Unternehmen gehörten dazu. Wie entstand dieses Netzwerk? Gab es einen langfristigen Plan? Wer waren die Profiteure? Und was ist aus den Orten der Ausbeutung und Ermordung geworden? Viele der Nebenlager sind heute spurlos verschwunden, wurden abgerissen, eingeebnet, überbaut. An anderen Orten erinnern nur ein paar Grabsteine oder Tafeln an die Leiden der Häftlinge. Teilweise aber sind die Lager noch deutlich erkennbar, stehen Baracken und Werkhallen bis heute. Die Dokumentation von Ute Gebhardt verknüpft die Chronologie der Nebenlager mit ausgewählten Biografien von Tätern und Opfern, vor allem Zeitzeugen der Außenlager und der Häftlingsschreibstube. Und sie dokumentiert die riesige Maschinerie. Denn seit zwei Jahren ist das Internationale Sucharchiv Arolsen für die Forschung zugänglich. Sämtliche Buchenwaldakten sind inzwischen digitalisiert. Und sie zeigen unwiderlegbar: Buchenwald und seine Nebenlager bildeten ein weit verzweigtes System.

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