Klima, Insta, Pillepalle: Hat die Politik das Internet verstanden?

Klima, Insta, Pillepalle: Hat die Politik das Internet verstanden?

Tagesschau24 Live-TV Tagesschau24 16.12., 23:30 - 00:00 Uhr
Gesellschaft und PolitikD 201930 Minuten 

Die Schulstreiks von Fridays for Future, die Artikel-13-Proteste und dann das Video von Rezo 'Die Zerstörung der CDU' - mit keinem dieser Ereignisse ist die Politik souverän umgegangen. Schon gar nicht im Internet. Die Online-Community schien die Parteien vor sich herzutreiben. Christian Lindner appellierte an die FFF-AktivistInnen, die Politik den Profis zu überlassen. Annegret Kramp-Karrenbauer erntete Häme und Empörung, als sie versucht hat, Rezos Video als Meinungsmache zu brandmarken. Den Nutzern auf Augenhöhe begegnen? Fehlanzeige.

Aber haben die Parteien diese Blamage-Serie als Weckruf verstanden? Und ganz besonders: Haben die Politikerinnen und Politiker mittlerweile gelernt, wie man mit jungen Menschen spricht?

Es scheint zumindest eine Tendenz erkennbar zu sein: Die PolitikerInnen setzen sich mit Social Media auseinander und versuchen, für ihre Botschaften eine höhere Reichweite zu erzielen - zum Beispiel durch Zusammenarbeit mit Influencern. Tiemo Wölken von der SPD streamt auf Twitch, lässt sich von Klengan interviewen und macht auch eine Memes-Revue. Die Jungen Liberalen starten einen Podcast und diskutieren dafür mit politischen Gegnern. Die Junge Union entwickelt extra für Social Media neue Formate - und staunt über den Online-Fehltritt der 'Schwesterpartei' CSU mit dem Video von CSYOU.

Interesse seitens der Politik spürt auch die Influencerin und Internet-Unternehmerin Louisa Dellert. Sie widmet sich nicht mehr nur ihren Themen Selbstliebe, Gesundheit und Nachhaltigkeit, sondern macht auch Interviews mit PolitikerInnen. Philipp Amthor, Lars Klingbeil, Cem Özdemir und Paul Ziemiak hat sie für ihren Insta-Channel schon befragt. Sie möchte ihren Followern Politik erklären und den PolitikerInnen Fragen stellen, die auch 'normale' Bürger stellen würden.

Politische Parteien holen sich auch Unterstützung von Agenturen - zum Beispiel von Studio71, das unter anderem Sarazar, Gronkh oder LeFloid vertritt. Dort gehört die Beratung und Kooperationen mit der Politik inzwischen zum normalen Geschäft. Aufträge von Ministerien und Parteien zählen genauso zum Business wie die Entwicklung einer neuen Pyjama-Kollektion oder weiterer Pizza-Sorten.

Werden die Parteien so ihre jungen WählerInnen erreichen? Sind sie endlich im Neuland angekommen? Und: Hat die Politik das Internet verstanden?

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