Kleider machen Deutsche (2)

Kleider machen Deutsche (2)

GeschichtsdokuD  

'Kleider machen Leute', so lautet das Sprichwort. 'An der Farbe lässt sich die Sinnesweise, am Schnitt die Lebensweise der Menschen erkennen', schrieb Goethe. So wie das Outfit eine Persönlichkeit charakterisiert, so spiegeln die Kleidungskonventionen die Gesellschaft. Was gestern noch skandalös war, mag heute schon betulich scheinen. Kleidung im Spiegel der Zeiten: Die zweiteilige Dokumentation 'Kleider machen Deutsche' unternimmt eine Zeitreise vom Nachkriegsdeutschland bis zum Mauerfall. Filmautorin Katarina Schickling erzählt Geschichten aus dem Alltag der Menschen und verknüpft sie mit den Ereignissen deutscher Geschichte und der gesellschaftlichen Entwicklung. Die Autorin erinnert daran, wie Trümmerfrauen zu Stil-Ikonen wurden, begegnet einer der wenigen Privatboutique-Besitzerinnen der ehemaligen DDR, einstigen 'Poppern', 'Hippies' und 'Punkern'. Sie erinnert an Seppelhosen, Nyltest Hemden und den Amtseid in Turnschuhen, an schwingende Petticoats, Dederon Kittelschürzen und brennende Büstenhalter. Auch Prominente wie Gerit Kling, Manfred Sexauer, Vera Intveen, Jens Riewa, Christoph M. Ohrt, Maren Kroymann, Gloria von Thurn und Taxis und Gritt Boettcher erzählen von zugeknöpft bis unumwunden, von Kleidung als Symbol von Anpassung oder Auflehnung und von Modetorheiten, die einst todschick waren. Archivausschnitte machen vergangene Zeiten lebendig, mit ihren speziellen Problemen und Lösungen: das Pfennigabsatzverbot, das im Wirtschaftswunderdeutschland das Parkett schützen soll; die Ratschläge des ADAC für Maxirock-Trägerinnen am Steuer. Eine Reportage entsteht über den ersten Bundeswehrsoldaten, der seine langen Haare nicht abschneiden muss und fortan mit Haarnetz dient. Und Bison-Nietenhosen aus dem volkseigenen Betrieb sollen den westlichen Jeans Paroli bieten.

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