Klassik am Odeonsplatz 2017

Klassik am Odeonsplatz 2017

Weltstar Lang Lang spielt das 1. Klavierkonzert von Sergej Rachmaninow mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. 3sat überträgt "Klassik am Odeonsplatz" erstmals live.

Manfred Honeck feiert 2017 sein Debüt am Dirigentenpult und tritt gleichzeitig auch als Arrangeur in Erscheinung. Aus Höhepunkten von Antonín Dvoráks beliebter Oper "Rusalka" hat er eine eigene Orchestersuite zusammengestellt, die "Rusalka-Fantasie".

Außerdem wird das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit der "Suite für Varieté-Orchester" ein heftig umstrittenes Werk von Dmitri Schostakowitsch spielen. Umstritten ist es deshalb, weil es lange Zeit für ein anderes seiner Werke gehalten wurde, nämlich für die "Suite für Jazzorchester Nr. 2". Erst 1999 tauchte ein Klavier-Auszug der "Jazzsuite" auf, nachdem die Partitur im Zweiten Weltkrieg verschollen war. Seitdem ist klar: Die "Suite für Varieté-Orchester" mit dem berühmten "Walzer Nr. 2" ist ein eigenständiges Werk, auch wenn sie auf älteren CD-Covern oder als Melodie im Film "Eyes Wide Shut" von Stanley Kubrick unter dem irrtümlichen Namen firmiert.

Pianist Lang Lang ist bereits zum vierten Mal zu Gast bei "Klassik am Odeonsplatz" - und damit Rekordhalter unter den Solisten. Die Faszination an Münchens beliebtestem Freiluftkonzert lässt ihn nicht los. "Unglaublich und unübertrefflich" sei die Atmosphäre an diesem Ort, findet er. "Wenn man das ganze Jahr über immer drinnen übt und spielt, dann ist es einfach schön, mal rauszukommen".

Sergej Rachmaninow war erst 17 Jahre alt, als er das 1. Klavierkonzert schrieb. Viele Jahre später überarbeitete er das Konzert grundlegend. Schon über die Uraufführung des Kopfsatzes durch den Komponisten selbst im Jahr 1892 schrieb ein Zeitgenosse: "Ich erinnere mich noch an jenen stürmischen Aufschwung, der den ganzen Konzertsaal aufrüttelte . Das so machtvoll gepackte Publikum hielt Rachmaninow in nicht nachlassender Spannung bis zum Schluss. Ungeachtet der Tatsache, dass das Konzert sein op. 1 war, präsentierte sich uns ein Künstler von höchster Originalität."

Heute ist das Konzert eher selten auf den Spielplänen zu finden. Umso größer ist die Spannung, mit der die Auseinandersetzung Lang Langs mit diesem Frühwerk erwartet wird.

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