Karla und die Königinnen
"Die Bienen haben das Sagen, ich habe das Tun!" So beschreibt die 83-jährige Karla Wallner ihre Leidenschaft für die Imkerei. Seit mehr als 50 Jahren tut sie alles für ihre Bienen und denkt noch lange nicht ans Aufhören. Anfangs hatte sie richtig Angst vor Bienen. Doch heute trägt sie meistens weder Handschuhe noch Schutzkleidung, wenn sie ihre Bienenkästen öffnet. Nur den Smoker, eine qualmende Blechbüchse mit angebautem Blasebalg, hat sie immer dabei. Der Rauch lässt die Bienen vermuten, ein Waldbrand komme auf sie zu und sie müssten sich auf die Flucht vorbereiten.
Karla Wallner ist stolz, die hohe Kunst der Königinnenzucht zu beherrschen - ein aufwändiges Unterfangen, denn nur die Larven in Weiselzellen können zu Königinnen werden. Dazu müssen sie umgelarvt werden. Das Wissen der Imkerin ist noch immer sehr gefragt, regelmäßig berät sie andere Imker. Sie weiß auch, welche Mittel am besten gegen die gefürchtete Varroa-Milbe helfen.
Die Hauptarbeitszeit ist im Frühjahr und im Sommer. Nach der Rapsblüte wird der erste Honig des Jahres geerntet. "Bienen sind allerdings Schön-Wetter-Tierchen und keine Frühaufsteher - ganz wie ich", erklärt Karla Wallner lachend. Bienen fliegen nur an sonnigen Tagen und bei mindestens 10 Grad Lufttemperatur. Bis Ende Juli reicht das Trachtangebot. Danach ist die Hauptarbeitszeit der Bienen und der Imker vorbei.
Wir begleiten die Imkerin und ihre Familie durch das Bienenjahr: Vom Frühjahr, wenn die Bienen zum Reinigungsflug aufbrechen, über die Rapsblüte, wenn der erste Honig geerntet wird, zeigt dann im Sommer die Königinnenzucht und endet im Herbst, wenn auf dem Landmarkt im Schloss Basthorst der Honig verkauft wird und die Bienen gegen Milben behandelt werden zur Vorbereitung auf die Winterruhe.