Karajan dirigiert Beethovens Siebte
Der Regisseur Hugo Niebeling hat mit Herbert von Karajan und den Berliner Philharmonikern drei Sinfonien von Beethoven filmisch gestaltet: die Pastorale, die Eroica und die 7. Sinfonie. Nicht immer war Karajan mit den Ergebnissen einverstanden; häufig fühlte er sich durch die künstlerische Formung beiseite gedrängt, obwohl die Regie Hugo Niebelings im Gegenteil den Dirigenten immer ganz besonders heraushob. Nach der Aufzeichnung der 7. Sinfonie im Jahr 1972 war Karajan so erbost, dass er Hugo Niebeling untersagte, das Material zu schneiden und die Bearbeitung statt dessen selbst vornahm. Dennoch ist es Hugo Niebeling gelungen, seine eigene Fassung nach seinem ursprünglichen Schnittplan zu rekonstruieren. Bewegend wie in allen Karajan-Aufnahmen Niebelings ist die Mimik des Dirigenten, die Rhythmik und Ausdruck der Musik spiegelt, zuweilen auch vorwegnimmt. Im vierten Satz der Sinfonie kombiniert Niebeling, getreu dem Wort Wagners von der "Apotheose des Tanzes", die Bilder von Orchester und Dirigent mit Aufnahmen des weltberühmten Tänzers und Ballettmeisters Egon Madsen. Dieses von Niebeling inszenierte choreographische Element fügt dem Geschehen noch eine weitere Perspektive hinzu.