Indien - Eine Chance für Töchter

Indien - Eine Chance für Töchter

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Alle zwölf Sekunden wird in Indien ein Mädchen abgetrieben, alle 22 Minuten eine Frau vergewaltigt. Der Zusammenhang zwischen diesen beiden Statistiken ist erschreckend und augenfällig zugleich. In den letzten zwei Jahrzehnten wurden zunehmend illegale Ultraschalluntersuchungen durchgeführt, um weibliche Föten zu erkennen und abzutreiben. Ganze Landstriche sind durchsetzt mit sogenannten sterilen Dörfern. Dörfern, in denen in den letzten 20 bis 30 Jahren kein einziges Mädchen mehr geboren wurde.

Die größte Demokratie der Welt steht am Rande eines Kollapses. Prognosen zufolge wird es dort bis ins Jahr 2025 etwa 32 Millionen alleinstehende Männer geben. Eine zunehmende Gewalt gegenüber Frauen ist abzusehen. Der Filmemacherin Rama Rau gelingt eine sehr intime und leise Darstellung dieser unhaltbaren Zustände.

"Indien - Eine Chance für Töchter" zeigt das Engagement der Hebamme Neelam Bala, die Frauen unbeirrt dazu ermutigt, auch Mädchen auf die Welt zu bringen. Gegen die Ehemänner, gegen die Schwiegermütter, gegen Traditionen und gesellschaftliche Konventionen. Dass eine Gesellschaft ohne Frauen keine Zukunft hat, zeigt das sogenannte Dorf der Männer, in dem in den letzten drei Jahrzehnten kein Mädchen mehr das Licht der Welt erblickte. Sie sind Gefangene ihrer eigenen Konventionen. Im "Dorf des Tochterbaums" wird die Lösung des Problems schon lange gelebt: Jedes Mal, wenn ein kleines Mädchen geboren wird, wird ein Baum gepflanzt. Der Baum wächst heran, das Baby auch, und die Früchte des Baumes sorgen für die Finanzierung der Ausbildung und für eine finanzielle Unabhängigkeit der Frauen.

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