In Linz begann's - Der Anschluss 1938 in Oberösterreich

In Linz begann's - Der Anschluss 1938 in Oberösterreich

Vom 12. bis 14. März 1938 wurde Linz zwei Tage lang durch den Aufenthalt Adolf Hitlers zum Mittelpunkt des weltpolitischen Geschehens. Hitler wurde in seiner Jugendstadt von jubelnden Menschenmengen ein begeisterter Empfang bereitet und hier wurde der Beschluss zum vollständigen Anschluss Österreichs gefasst.

Der Einmarsch war vorher bereits gut vorbereitet worden, in Linz und ganz Österreich wurden Straßen und Plätze von den Naziverbänden geschmückt und Hakenkreuzfahnen vorbereitet, die Kinder hatten schulfrei. Beflügelt von der begeisterten Kulisse beschloss Adolf Hitler den ursprünglichen Plan einer "Personalunion" der beiden Staaten Deutschland und Österreich zugunsten eines sofortigen und vollständigen Anschlusses zu verwerfen. Wie genau verliefen diese Tage im März 1938? Zum Anlass des 80. Gedenkjahres der Ereignisse macht sich diese Dokumentation auf die Spurensuche nach den Hintergründen dieser dramatischen Zeit in Linz und Oberösterreich. Historiker, Zeitzeugen und Archivare geben Einblicke aus unterschiedlichen Blickwinkeln und fördern dabei oft Erstaunliches zutage. Im Zuge des Einmarsches in Linz fragte Hitler beispielsweise sofort nach "seinem guten alten Dr. Bloch" dem jüdischen Hausarzt seiner verstorbenen Mutter und nannte ihn einen "Edeljuden". Die Nationalsozialisten wollten Eduard Bloch in der Folge zum "Ehrenarier" machen, doch Dr. Bloch lehnte diese seltene Auszeichnung ab. Dieser bescheidene Anflug von Großzügigkeit soll nicht darüber hinwegtäuschen wie schnell der Antisemitismus überhandnahm. Noch während Hitler bis zum Vormittag des 14. März in Linz weilte, setzten die ersten größeren Verhaftungswellen ein.

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