Im Wald der Siebenschläfer

Im Wald der Siebenschläfer

DokumentationD  

Es ist der 27. Juni, es regnet in Strömen. 'Das Wetter zum Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag', sagt der Volksmund. Die kleinen Nager mit den Knopfaugen stört das nicht, sie sitzen im Trockenen. Neugierig dringen sie in die Häuser am Waldrand ein und naschen aus Obstschale und Keksdose, während sich draußen zwei Waschbären über die Reste der Gartenparty hermachen. Ein junger Waldkauz beobachtet das Geschehen mit müdem Interesse. So beginnt die Geschichte über die Kobolde des Waldes. Der Film zeigt, wie sie balzen, wie sie wohnen und ihre Jungen großziehen und beobachtet ihren kleinen 'Grenzverkehr' zwischen Wald und Siedlung. Manche Tiere wie die Wildkatzen sind sehr scheu und trauen sich so gut wie nie in die Nähe von Häusern. Ende Januar, wenn der Siebenschläfer noch tief unter der Erde schläft, stimmen die Kater ihren schaurigen Liebesgesang an. Der Waldkauz hat schon Anfang März das Nest voller Junge. Die Kleinen können den Hals nicht voll genug bekommen. Es dauert eine Weile, bis die kleinen, kaum faustgroßen Federbällchen eine komplette Maus verschluckt haben. Spechte zimmern Kinderstuben für sich und andere Höhlenbewohner, Eichhörnchen jagen sich in Lust und Leidenschaft um die Stämme. Nicht lange, und in allen Kinderstuben herrscht Gedränge: Unter der Erde tummeln sich junge Kaninchen und Fuchswelpen und wissen noch nichts von der Feindschaft zwischen ihren Familien. In Baumhöhlen wachsen Waschbären und Wildkatzen, Eichhörnchen und Marder heran. Die Mardermutter nutzt jede Gelegenheit, der Eichhörnchenmutter und ihrer Brut nachzustellen. Als letztes betritt Ende Mai der Siebenschläfer die Bühne und vollzieht sein Verhaltensrepertoire im Schnelldurchlauf: balzen, gebären, Junge aufziehen, Winterspeck anfressen. Im Oktober tritt er schon wieder ab. Die neue Generation im Wald der Siebenschläfer bereitet sich nun auf ihren ersten Winter vor - jedes Tier auf seine Weise.

Bewertung

0,0   0 Stimmen