Im Reich der Armen

Im Reich der Armen

GesellschaftsreportageD  

Obwohl die deutsche Wirtschaft boomt, steigt die Zahl der Armen. Zwölf Millionen Menschen gelten hierzulande als armutsgefährdet. Das heißt, sie haben weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung. Die Paritätischen Wohlfahrtsverbände stellen in ihrem Armutsbericht 2011 fest, dass jeder siebte Bürger in Deutschland von Armut bedroht ist.Doch wie fühlt es sich an, in einer Gesellschaft des Wohlstands, in der es um Erfolg, Geld und Status geht, arm zu sein? Welches Schicksal haben die Menschen erfahren, bevor sie in Armut geraten? Ist Armut nur schlecht oder verbirgt sich in ihr auch ein innerer Wert? Wie leben Mönche, die sich in ihren Gelübden bewusst für Armut entschieden haben? Wie viel Reichtum braucht der Mensch? Diesen Fragen geht die Dokumentation 'Im Reich der Armen. Leben im Abseits' nach. Zu Wort kommen Menschen aus München und Berlin, die erzählen, wie sie mit wenig Geld und wenig Zuwendung zurechtkommen. Nicht alle sehen ihre Lage nur negativ, sie zeigen auch, wie wichtig Menschlichkeit und Solidarität sind. Ein Beispiel dafür ist der Berliner Jesuit Christian Herwartz, der seinen Alltag, seine Wohnung und sein Geld mit Armen teilt. Er ist überzeugt, die Kluft zwischen Arm und Reich auszugleichen, ist der einzige Weg zu Frieden und Menschlichkeit. Die Dokumentation stellt auch private Initiativen vor, die armen Menschen helfen, nicht im Abseits zu stehen, sondern ihnen neue Perspektiven zu eröffnen. Laut Statistik gelten 16,5 % der Deutschen als arm. Für sie bedeutet materielle Armut meist Hoffnungslosigkeit. Wie denkt eine 76-jährige Rentnerin, die an Krebs erkrankt ist und der zum Leben nur 150 Euro im Monat bleiben, ein türkisch-stämmiger Junge, der kein eigenes Zimmer hat und sich wertlos fühlt, ein Obdachloser, dessen einziger Freund ein Bernhardinerhund ist.

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