Im Regenwald der Geisterbären

Im Regenwald der Geisterbären

Ein Wald, der von Fisch lebt, ein weißer Bär, der kein Eisbär ist, Wölfe die sich aus dem Meer ernähren: Es ist eine seltsame, vollkommen vergessene Welt an der Nord-Westküste Kanadas, in die dieser Film den Zuschauer mitnimmt. Im nördlichsten Teil der Küste Britisch Kolumbiens, kurz vor Alaska, zeigt sich aus der Luft eine Inselwelt, die mit ihren großartigen Fjorden an die Natur Norwegens erinnert. Sie ist Heimat von ganz besonderen Lebewesen, von denen bisher nur wenige wissen. Hier leben weiße Schwarzbären, Küstenwölfe, die mit Raben kommunizieren, und viele andere, außergewöhnliche Arten in einem Wald mit den ältesten Bäumen Kanadas: in einem Kaltregenwald. Auch der Name 'Kaltregenwald' scheint ein Widerspruch in sich zu sein, kennt man doch vielmehr den tropischen Regenwald, der mit seiner überbordenden Fülle an Leben Symbol für Fruchtbarkeit und Artenreichtum ist. Wie sollte in der 'Kälte' Kanadas ein Regenwald gedeihen, dessen Biomasse den tropischen Regenwald übertrifft? Wie kommen all diese seltsamen Kreaturen hierher? Diese Geschichte begann zwar vor Jahrtausenden, kann aber bis heute gleich erzählt werden. Es ist eine Geschichte die damals wie heute einzig von einem Ereignis im Jahr abhängt und die nicht nur das Land und seine Lebewesen betrifft sondern bis in die Tiefen des Meeres reicht. Denn der 'Regenwald der Geisterbären' nährt sogar das Meer, schenkt seinen Lebewesen Kraft, vom Buckelwal bis zum Riff aus Glas. Fisch ist der Kraftstoff, der dieses System seit Jahrtausenden antreibt und der nur ein mal im Jahr in den Kaltregenwald kommt. Nur zwei Wochen braucht die Natur hier um für ein ganzes Jahr Kraft zu tanken. Dann sind alle Lebewesen satt. Die Bären, die nur für dieses Ereignis an die Flüsse gekommen sind, verschwinden wieder im Wald, verbergen sich wieder vor den Augen der Menschen. Die Wölfe haben sich vollgefressen, die Wale haben für ihre Reise ins Winterquartier an Gewicht zugelegt, selbst die Bäume sind gestärkt.

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