Im Angesicht der Stille

Im Angesicht der Stille

DokumentarfilmDK  

Mehrfach ausgezeichneter Dokumentarfilm (u. a. phoenix-Preis 2015) zum Genozid in Indonesien. Eine Familie erfährt nach 50 Jahren, unter welchen Umständen ihr Sohn Ramli beim Genozid in Indonesien 1965/66 getötet wurde und wer seine Mörder waren. Der jüngste Bruder Adi beschließt, die Mauer des Schweigens zu durchbrechen. Er überwindet die Angst, unter der die Angehörigen und Nachfahren der Opfer bis heute leiden, und tritt den Mördern gegenüber. Die Mörder haben immer noch das Sagen und wohnen mit den Überlebenden, den Familien der Opfer, in direkter Nachbarschaft. Die lähmende Stille, die seit 50 Jahren über die Gräueltaten herrscht, ist nur eine scheinbare. Wie der Oscar-nominierte Vorgängerfilm "The Act of Killing" im Jahr 2012 zeigte, rühmen sich die Killer auch heute noch lautstark ihrer Taten. Im Mittelpunkt von Oppenheimers erstem Film zum indonesischen Genozid stehen die Täter. Der zweite "The Look of Silence" arbeitet die Gräueltaten aus der Perspektive der Opfer auf. Adi hofft darauf, dass einige der Mörder bereuen, was sie damals getan haben. Diese menschliche Regung würde es ihm ermöglichen, den Tätern zu verzeihen und mit seinen zwei Kindern in die Zukunft zu schauen.

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