Ich, Don Giovanni

Ich, Don Giovanni

Venedig, im 18. Jahrhundert. Der junge Lorenzo Da Ponte (Lorenzo Balducci), Dichter jüdischer Herkunft, wird zum Priester geweiht, doch er ist kein Heiliger. Als unwiderstehlicher Frauenheld und anonymer Verfasser subversiver Schriften führt der gut aussehende Mann ein ausschweifendes Leben ganz nach dem Geschmack seines väterlichen Mentors Giacomo Casanova (Tobias Moretti). Nachdem Lorenzo es zu bunt getrieben hat, wird er von der Inquisition angeklagt und für 15 Jahre aus dem venezianischen Hoheitsgebiet verbannt. Dank Casanovas Empfehlungsschreiben lernt er in Wien den angesehenen Kapellmeister Salieri (Ennio Fantastichini) kennen, der die Karriere des jungen Genies Wolfgang Amadeus Mozart (Lino Guanciale) sabotieren will. Um dies zu erreichen, empfiehlt er ihm den vermeintlich untalentierten Lorenzo als Librettisten für eine neue Oper. Entgegen Salieris Erwartung beginnt zwischen den beiden eine höchst fruchtbare Zusammenarbeit. Inspiriert von Casanovas freidenkerischen Ideen, entwirft Lorenzo die Geschichte eines gottlosen Lüstlings, in die eigene Erlebnisse einfließen: Don Giovanni. Kurz vor Vollendung des Werks geschieht das Unerwartete - Lorenzo verliebt sich ernsthaft in die für ihn Dantes Beatrice gleichende Annetta (Emilia Verginelli) und will für sie sein ausschweifendes Leben ändern. Doch dieser Sinneswandel wirkt sich auch auf die Kunst aus - zum Missfallen von Casanova, der hofft, die Oper Don Giovanni würde ein grandioser Triumph der Lust über die Sklaverei der Moral. Mit dieser originellen Fantasie über die Entstehung von Mozarts berühmter Oper knüpft Carlos Saura an sein Meisterwerk 'Carmen' an, das 1983 für den Oscar nominiert wurde. Anders als in Milos Formans berühmtem Mozartfilm 'Amadeus' rückt dabei die weniger bekannte Figur des Librettisten Lorenzo Da Ponte ins Zentrum.

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