High Energy - Disco auf Hochtouren

High Energy - Disco auf Hochtouren

Zu Beginn der 1980er Jahre schien die Discomusik tot. 1979 organisierte ein DJ zusammen mit Lobbys von Rock- und Country-Musik sogar eine "Disco Demolition Night". Für Diskotheken-Betreiber und eingefleischte Clubber war die Party aber noch lange nicht zu Ende ...

1981 entwickelte Patrick Cowley, ein Musiker aus San Francisco mit einer ausgesprochenen Leidenschaft für Synthesizer, aus der noch glimmernden Glut der Discomusik eine neue Richtung: den durch mechanische Beats und Technoklänge aufgepeppten Hi-NRG (für "High Energy"). Die vorrangige Zielgruppe waren Schwulenclubs und zu den ersten prominenten Vertretern gehörten extrovertierte Ausnahmekünstler wie die Dragqueens Divine und Sylvester.

Die neue, unbändige Form der Discomusik ohne Geiger oder Bläser, also nur mit Synthesizern und Rhythmusboxen, verbreitete sich rasant über Kanada bis nach Europa. Dort wurde London zum Produktionszentrum, und dank zahlreicher internationaler Hits wie "High Energy" von Evelyn Thomas, "Relax" von Frankie Goes to Hollywood, "Venus" von Bananarama sowie den ersten Hits von Kylie Minogue und Rick Astley war bald auch das breite Publikum erobert. Sogar Discoqueen Donna Summer sprang mit ihrem letzten weltweiten Hit "This Time I Know It's For Real" auf den Hi-NRG-Zug auf.

Traurige Ironie der (Musik-)Geschichte: Diese neue elektronische Form der Discomusik entfaltete sich in der Schwulenszene genau in dem Jahrzehnt, als diese von einer schrecklichen Epidemie getroffen wurde, die bald jede Partystimmung trübte: Aids ...

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