Hexenkessel

Hexenkessel

Der in Little Italy aufgewachsene Kleinganove Charlie (Harvey Keitel) steht am Anfang einer steilen kriminellen Karriere. Wenn der gläubige Kirchgänger für seinen mächtigen Mafia-Onkel Giovanni (Cesare Danova) Schutzgelder kassiert, dann stellt er sich geschickt an. Giovanni will den zuverlässigen Günstling zum Restaurantmanager machen, rät ihm aber, die heimliche Beziehung zu seiner Nachbarin Teresa (Amy Robinson) zu beenden. Diese leidet an Epilepsie und wird deshalb als 'Verrückte' verachtet. Eine weitere Schwäche Charlies ist dem Onkel ein Dorn im Auge: Charlie hilft immer wieder Teresas labilem Cousin Johnny Boy (Robert De Niro) aus der Patsche, einem hoffnungslosen Fall. Der arbeitsscheue Taugenichts hat sich von allen im Viertel Geld gepumpt, nimmt es aber mit dem Rückzahlen nicht allzu genau. Tief in der Kreide steht er bei dem skrupellosen Wucherer Michael (Richard Romanus), der nur deswegen nicht rabiat wird, weil Charlie immer wieder ein gutes Wort für den Freund einlegt. Zähneknirschend setzt Michael dem Schuldner eine letzte Frist, die dieser erneut verstreichen lässt. Als Johnny seinen Gläubiger obendrein mit vorgehaltener Waffe verspottet, muss Charlie gemeinsam mit ihm und Teresa die Flucht ergreifen. Die drei werden jedoch von Michael abgepasst, aus dessen Wagen ein Killer (Martin Scorsese) auf sie schießt. Mit diesem pulsierenden New-York-Film beginnt die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Kultregisseur Martin Scorsese und dem damals 30-jährigen Robert De Niro. Die teilweise improvisierte Inszenierung gibt dem jungen Method Actor Raum, um an der Seite des ebenfalls überragenden Harvey Keitel sein ganzes Potenzial zu entfalten. Mit kaum zu überbietender physischer Präsenz verkörpert De Niro einen unberechenbaren Instinktmenschen, der die Regeln der italoamerikanischen Subkultur bricht und zum tragischen Helden wird.

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