Herr Feuerstein wird 75 und Herr Pastewka feiert ihn

Herr Feuerstein wird 75 und Herr Pastewka feiert ihn

Gebirge, Gipfelkreuz, Schnee, Sonne und Wolken, großes Orchester, der Blick geht weit in die Ebene, auf ein langes und abwechslungsreiches Leben. 'Du hasst Pathos?' fragt Bastian Pastewka. 'Worauf du einen . kannst', antwortet Herbert Feuerstein. Im Vorfeld seines 75. Geburtstages am 15. Juni zeigte der außergewöhnliche Journalist, Kabarettist, Entertainer und Musiker dem wesentlich jüngeren Comedystar, wie und wo er wurde, was er ist. Gemeinsam stehen die beiden also auf dem schneebedeckten Untersberg bei Salzburg, reden über das Leben mit und ohne Fernsehen, machen Exkursionen durch die weltberühmte Festspielstadt zu ihren Füßen, unternehmen schweigend einen Ausflug ins ehemalige Führersperrgebiet am Obersalzberg. Der Film von Klaus Michael Heinz ist ein ernster Spaß und straft den Jubilar Lügen, der seinen Lebenslauf einmal so beschrieb: 'eingleisig, schmalspurig und mit Getöse nach unten' - und das nur, weil sein Vater Fahrdienstleiter der eingleisigen Schmalspurbahn zwischen Zell am See und den Krimmler Wasserfällen war und er selbst 1937 im Bahnhofsgebäude von Zell am See zur Welt kam. Liebe, Verzweiflung und manchmal Hass, das sind die Gefühle, die den Österreicher Herbert Feuerstein mitreißen, wenn er von sich, seiner Herkunft und von Salzburg, der Stadt seiner ersten zwanzig Lebensjahre spricht. Hier kennt er noch immer fast jeden Stein, hier weiß er mehr als die meisten Fremdenführer, hier fallen ihm fast überall persönliche Anekdoten ein: zum Elternhaus in Sichtweite des Obersalzbergs, wo er als kleiner Junge Hitlerreden rezitierte, zum See von Schloss Leopoldskron, in den er im Winter einbrach und fast ertrank, weil er Hilferufe peinlich fand, zur Müllner Pfarrkirche, wo er die Orgel schlug - und Bastian Pastewka beim neuerlichen Besuch den Blasebalg treten muss.

Bewertung

0,0   0 Stimmen