Guatemala-Blues
Die Französin Tania Carl lebt in Guatemala im Dörfchen Panajachel am Atitlán-See. Wenn die Bluessängerin über ihre Wahlheimat und das Verhalten anderer Gringos dort spricht, treten Zorn, aber auch ihre eigenen Widersprüche zutage. Sie schämt sich für das respektlose und invasive Verhalten anderer europäischer Einwanderer und ist sich dennoch bewusst, dass auch sie Teil dieser Eindringlinge ist. Für die Filmemacherin Valérie Jouve ist Tania ein Dostojewski-Charakter, zerrissen zwischen Wut und Sehnsucht nach Läuterung. Diese findet sie beim Volk der Maya, dessen Schmerz über Ausgrenzung die an Hepatitis C Erkrankte teilt.
Die Dokumentation ist ein besinnlicher Streifzug durch Panajachel. "Guatemala-Blues" ist nicht nur das Porträt einer Frau, deren raue Bluesstimme als roter Faden durch den Film führt. Gleichzeitig entsteht ein Bild des Landes, das sie sich nach von Krankheit geprägten Jahren in Frankreich zur neuen Heimat auserkoren hat. Seit sie dort lebt, empfindet Tania wieder Freude am Leben und sagt, hier fühle sie sich zum ersten Mal zu Hause. Sie liebt Guatemala und seine Bewohner, die wie sie im Hier und Jetzt leben.