Giulio Cesare in Egitto von G. F. Händel
Große Gefühle, wundervolle Arien und eine ausdrucksstarke Orchestrierung - Cecilia Bartoli, die "Königin der Koloraturen", übernimmt in Händels "Julius Cäsar" die weibliche Hauptrolle. Mit Andreas Scholl als Cäsar, Philippe Jaroussky als Sextus, Christophe Dumaux als Ptolemäus und Jochen Kowalski als Nirena sowie Anne Sofie von Otter als Cornelia stehen ihr großartige Sänger zur Seite. Eine echte Traumbesetzung für die Regisseure Patrice Caurier und Moshe Leiser. Den Orchesterpart übernimmt das italienische Ensemble Il Giardino Armonico unter der Leitung von Giovanni Antonini.
Mit einem für ihn außergewöhnlich aufwendigen Instrumentarium, das zu Beginn und am Ende sogar mit vier Hörnern aufwartet, lotet Händel in der für ihn so typischen Weise seine Figuren in allen Facetten aus, und die Zeitgenossen waren sich einig darin, dass er eine Oper geschaffen hatte, die "Schönheit aller Art im Überfluss bietet".
Die Begegnung zwischen Julius Cäsar und Kleopatra im Jahr 48 vor Christus leitete eine der bewegendsten Romanzen der Weltgeschichte ein, in die bewaffnete Konflikte, erotische Verwicklungen und politische Intrigen hineinspielten. Im Fokus stehen dabei die Verführungskünste der Schwester des ägyptischen Königs, Kleopatra, die das Herz des siegreichen Herrschers erobert. In acht großen Da-capo-Arien vergegenwärtigt sie das ganze Spektrum menschlicher Affekte, von leichtfertiger Koketterie bis hin zu leidenschaftlicher, von tiefsten Emotionen getragener Liebe.
Die Regisseure Moshe Leiser und Patrice Caurier verlagern die Handlung in die Gegenwart. Geschickt verquicken sie Giacomo Francesco Bussanis Libretto mit der Krisensituation im Nahen Osten und den Reaktionen der Weltpolitik.