Ghasem - Einsamer Hirtenjunge

Ghasem - Einsamer Hirtenjunge

DokumentationIR  

Seit Ghasem seine Mutter verloren und der Vater sich eine neue Frau gesucht hat, arbeitet er als Kuhhirte hoch oben in den iranischen Bergen. Währenddessen darf seine Halbschwester zur Schule gehen, um Lesen und Schreiben zu lernen. Trotz aller Anstrengungen wird Ghasem regelmäßig von seinem Vater und seiner Stiefmutter verprügelt, die ihn wie einen Dienstboten behandeln und nicht wie einen schutzbefohlenen Sohn. In der warmen Jahreszeit ernährt sich Ghasem von Oliven, wilden Erdbeeren und selbst gebackenem Brot. Er melkt die Kühe und bringt die Milch zum Besitzer der Herde. Er wäscht sich im Fluss und läuft mit den Kühen um die Wette. Manchmal spricht er mit den Bäumen, verwünscht die Natur oder singt seinen Kühen ein Lied. Ghasem ist einsam und ohne Zuneigung. Sein Alltag in den Bergen ist hart und verlangt von ihm große körperliche Anstrengungen und eine enorme Disziplin, vor allem im Winter, wenn der erste Schnee fällt. Dann wird das Melken zur Tortu Und auch die Futtersuche für die Tiere gestaltet sich schwierig. Wenn kein trockenes Gras oder Stroh mehr zu finden ist, klettert Ghasem hoch in die Bäume, um dort junge Zweige abzubrechen, die er an die Kälber verfüttert. Abends sind seine ungeschützten Hände und Füße eiskalt. Er ernährt sich mehr schlecht als recht von Reis und Brot, manchmal auch von kleinen Spatzen, die er über dem Feuer grillt. Nachts schläft er an die Kälber gekuschelt, die Arme um ihren Hals geschlungen, und träumt davon, das entbehrungsreiche Hirtendasein hinter sich zu lassen und ein besseres Leben zu führen.

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